• Vernissage "Homestory Deutschland"

  • Di, 09.06.2015 ab 18:30 Uhr
  • Stadtbücherei Augsburg
    Ernst-Reuter-Platz 1
    86150 Augsburg
Vernissage "Homestory Deutschland" - Stadtbücherei Augsburg - Augsburg

Die Ausstellung „Homestory Deutschland. Schwarze Biografien in Geschichte und Gegenwart“ kommt nach Augsburg.

Unter dem Titel „Homestory Deutschland. Schwarze Biografien in Geschichte und Gegenwart“ zeigt die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD-Bund e.V.) vom 9. bis 26. Juni 2015 in der Neuen Stadtbücherei Biografien von 27 Schwarzen deutschen Persönlichkeiten aus drei Jahrhunderten. Ihre individuellen Lebenswege zeigen, wie Schwarze Menschen, die ab dem 18. Jahrhundert nach Deutschland kamen, sich hier ihre Lebensmittelpunkte schufen, Familien gründeten, Communities bildeten, sich politisch engagierten und für ihre Rechte kämpften.

Unter den Porträtierten sind Theodor Wonja Michael: Ein Regierungsdirektor a. D., der als junger Mann gezwungen war, in Völkerschauen aufzutreten, weil er nicht studieren durfte; May Ayim: Eine Dichterin und bedeutende Aktivistin, die als Baby zu einer Pflegefamilie gegeben wurde und sich mit 36 Jahren das Leben nahm, und nach der 2010 das May-Ayim- Ufer in Berlin benannt wurde; Anton Wilhelm Amo: Ein Philosoph, der im Alter von vier Jahren als Geschenk für den Herzog von Braunschweig-Wolfenbüttel von Ghana an dessen Hof verschleppt wurde und Anfang des 18. Jahrhunderts als Dozent an der philosophischen Fakultät in Halle lehrte. Gezeigt werden aber nicht nur Personen des öff entlichen Lebens, sondern auch Frauen und Männer mit alltäglichen Berufen, wie die Rechtsanwältin Ama- Pokua Pereira oder der Sonderschullehrer Jean-Pierre Felix-Eyoum.

Gemeinsam ist allen, die in der Ausstellung vorgestellt werden, dass ihre Biografien damals wie heute vom alltäglichen Rassismus in Deutschland geprägt sind, der seinen Ursprung im nicht aufgearbeiteten deutschen Kolonialismus hat. Dieser verdrängte Teil deutscher Geschichte wird durch Erzählungen der Portraitierten präsent. Vor allem zeigen diese Biografien aber Menschen, deren Leben zwar durch rassistische Erfahrungen geprägt ist, die sich aber nicht haben unterkriegen lassen, sondern ein selbstbestimmtes und selbstbewusstes Leben führen.

„Homestory Deutschland“ wurde 2006 von der ISD in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung konzipiert und war bereits in zahlreichen Städten Deutschlands zu Gast. 2013 wurde die Ausstellung in Hamburg und Nürnberg gezeigt. Eine zweisprachige Variante der Ausstellung wurde mit Hilfe des Goethe-Instituts realisiert und tourte 2008 sehr erfolgreich durch Afrika.