• Markus Streb: Die Shoah im Comic 1946-2018

  • Mo, 14.01.2019 ab 19:30 Uhr
  • Laidak
    Boddinstraße 42
    12053 Berlin
Markus Streb: Die Shoah im Comic 1946-2018 - Laidak - Berlin

Markus Streb: Die Shoah im Comic 1946-2018Die Geschichte der Darstellung der Shoah im Comic reicht zurück bis in die nationalsozialistischen Zwangslager selbst. Dort entstanden vereinzelt Werke von Häftlingen, die starke Ähnlichkeit zu Comics aufwiesen. Comics der 1940er und 1950er Jahre nahmen oft Bezug auf die deutschen Verbrechen, insbesondere auf Konzentrationslager. Jüdinnen und Juden als Opfer lassen sich jedoch erst ab den 1960er Jahren vermehrt finden. Einen ersten quantitativen Höhepunkt erlebten die Darstellungen in Comics der 1970er Jahre. Mitte der 1980er dann, mit dem Erscheinen des ersten Bandes von Art Spiegelmans bahnbrechendem Werk Maus, wird der Weg geebnet für bis heute anhaltende Ausdifferenzierungen und einen Anstieg der Darstellungen der Shoah im Comic. Spiegelman hat zahlreiche Künstler*innen dazu inspiriert, sich dem Gegenstand auf ähnliche Weise zu nähern. Besonders auffällig ist dabei, dass es in den letzten Jahren einen Anstieg von Comics von Frauen, beziehungsweise von Geschichten mit weiblichen Hauptfiguren zu beobachten gibt.Der Vortrag zeichnet die historische Entwicklung der Darstellung der Vernichtung der europäischen Jüdinnen und Juden im Comic nach. Anhand ausgewählter Beispiele werden Trends, wiederkehrende Motive sowie kuriose, aufsehenerregende Veröffentlichungen und die dazugehörigen Debatten vorgestellt.Markus Streb forscht zu Geschlechterkonstruktionen in Comics über die Shoah. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören außerdem Reflexionen des Antisemitismus, Populärkultur sowie jüdische Landgemeinden in Hessen vor und während der Shoah.