• Filmreihe: Depri Dienstag

  • Di, 05.02.2019 ab 20:30 Uhr
  • CITY46
    Birkenstraße 1
    28195 Bremen
Filmreihe: Depri Dienstag - CITY46 - Bremen

Depri-Dienstag: Begegnungen mit Depression und affektiver Störung Die Filmreihe "Depri-Dienstag" steht für eine differenzierte, mediengerechte Betrachtung von Filmen, die sich mit Depression und affektiver Störung auseinandersetzen. Ein mal pro Monat laden wir Expertinnen aus der Depressionsarbeit ein, die Filme gemeinsam anzuschauen und mit den Zuschauerinnen ins Gespräch zu kommen. Ausgehend von der gemeinsamen Filmerfahrung soll ein Austausch zwischen Interessierten, Betroffenen und Expert*innen entstehen und der Blick für die persönliche und kulturelle Bedeutung der Erkrankung sensibilisiert werden. Die Filmreihe vermittelt Forschungsansätze des laufenden Promotionsprojekts „Die ästhetische Dimension der Mental Illness“, das von der Studienstiftung des deutschen Volkes gefördert wird. Das Programm ist eine Kooperation mit dem Institut für Kunstwissenschaft – Filmwissenschaft – Kunstpädagogik, Universität Bremen. Schirmherrin der Filmreihe ist die Bremer Senatorin für Gesundheit, Wissenschaft und Verbraucherschutz, Frau Prof. Dr. Quante-Brandt. Kuratiert und moderiert von Tobias Dietrich (Universität Bremen)25.9.2018, 20:30 Uhr 12 TAGE Nach einem französischen Gesetz aus dem September 2013 hat jeder Mensch, der ohne Einverständnis in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen wird, das Recht auf eine richterliche Beurteilung nach zwölf Tagen. Bei der Anhörung werden die Menschen mit einer juristischen und klinischen Sprache konfrontiert, die sie nicht sprechen. Die zurückhaltende Dokumentation des vielfach prämierten Fotojournalisten und Filmemachers Raymond Depardon beleuchtet die Praktiken heutiger Internierung an den Grenzen der juristischen, medizinischen und moralischen Rechtfertigbarkeit. „Nie zuvor hat man solche Bilder aus einer Psychiatrie gesehen, wie Depardon sie in einer Einrichtung in Lyon eingefangen hat.“ 12 Jours, F 2018, R: Raymond Depardon, 86 Min., OmU Zu Gast: Jan-Paul Koopmann, taz-Redakteur16.10.2018, 20:30 Uhr DAS IRRLICHTDer rebellische Lebemann Alain Leroy lässt sein junges Leben Revue passieren: Alkohol, Frauen, Intellektualismus und das süße Nichtstun geben sich mit Haltlosigkeit und innerer Leere die Hand. Das alles zu einem Soundtrack von Erik Satie. Eine Odyssee, die ihn an die Grenzen des französischen Existenzialismus bringt, an die Grenzen der Freundschaft und seiner eigenen Haltung zum Leben. In Bezug auf die französische Nouvelle Vague, der der Filmemacher Louis Malle häufig zugerechnet wird, gilt Malle selbst als Lone Wolf. Mit der Inszenierung von Leroys Geschichte verfestigte Malle seinen Stil, der bis heute Einfluss auf Filmemacher wie Wes Anderson ausübt. Le feu follet, F 1963, R: Louis Malle, mit Maurice Ronet, Jeanne Moreau, Yvonne Clech, 108 Min., OmU Gast: Tanja Salkowski, Radio sonnengrau Lübeck13.11.2018, 20:30 Uhr OSLO, 31. AUGUSTAnders wird bald die Entzugsklinik verlassen. Ein Vorstellungsgespräch bei einer Zeitungsredaktion soll ihm eine neue Perspektive geben. Bei dem Freigang realisiert er jedoch die Folgen seines Lebensstils. Er findet sich auf einer Party wieder und verliert sich erneut in der oberflächlichen Leichtigkeit des Lebens. „‚Oslo, 31. August‘ balanciert hoch verdichtet und stilistisch klar zwischen Sprachlosigkeit und Sprache, Menschenporträt und Stadtlandschaft. Es ist ein stiller Film ohne Empörung, ohne Weinerlichkeit. Ein freundlicher Film ohne Hoffnung, ein heller Film über die Verzweiflung.“ (Frankfurter Rundschau) Wie Malles Film Das Irrlicht basiert auch dieser Film auf dem Roman Le feu follet von Pierre Drieu la Rochelle, in dem er den Freitod seines Freundes, des Surrealisten Jacques Rigeaut, verarbeitet. NOR 2011, R: Joachim Trier, mit Anders Danielsen Lie, Hans Olav Brenner, Ingrid Olava, 96 Min., OmU Gast: Sebastian Burger, Mut-Tour Deutschland4.12.2018, 20:30 UhrZusatztermine: Do. 6.12., So. 9.12., Mo. 10.12. + Mi. 12.12. / 17:45SILVER LININGSNachdem er aus der Nervenklinik entlassen wird, versucht Pat, die zerbrochene Beziehung zu seiner Ex Nikki wiederherzustellen. Dabei hilft ihm die emotional instabile, unangepasste Tiffany die von ihm im Gegenzug verlangt, ihr Partner bei einem Tanzwettbewerb zu sein. Weil Pats gewaltvolle Vorgeschichte und sein abergläubischer Vater sich ihm wiederholt in den Weg stellen, spitz sich die Situation bis zum Abend der Tanzaufführung, bei der auch Nikki zugegen sein wird, jedoch immer weiter zu.Ein gelungenes Beispiel für einen humorvollen Umgang mit Depression und ein wichtiger Beitrag zum unterrepräsentierten Thema von affektiver Störung bei Männern.Mehrfach ausgezeichnet, unter anderem als Gewinner des 37. Toronto International Film Festival (TIFF); Oscar für Jennifer Lawrence (2013, Beste Hauptdarstellerin). Silver Linings Playbook, USA 2012, R: David O. Russell, mit Bradley Cooper, Jennifer Lawrence, Robert De Niro, 122 Min., OmU Gast: Marion Müller, Jacobs University Bremen 8.1.2019, 20:30 Uhr MÜDIGKEITSGESELLSCHAFT2010 veröffentlichte Byung-Chul Han einen der wichtigsten zeitdiagnostischen Essays unserer Zeit über die pathologische Landschaft einer globalen Gesellschaft, die sich durch ihre durchorganisierten, gläsernen, informationsübermüdeten Mitglieder auszeichnet. Fünf Jahre später begleitet der Essayfilm den südkoreanischen Philosophen durch seine Wirkungsstätten in Berlin und Seoul. Ihm zufolge sind Depression und Burn-Out mehr als zu behandelnde Krankheiten, sondern Anzeichen für eine Gesellschaft am Übergang von immunologisch-wettbewerbsorientierten zu neuronalen Denk-, Handlungs- und Informationspraktiken, bei denen man im Kampf mit sich selbst steht. Die Filmemacherin Isabella Gresser, Visual Artist und ehemalige Schülerin bei Marina Abramovic, hat in zweijähriger Eigeninitiative eine angemessene audiovisuelle Umsetzung des Buchs geschaffen. Sie ermöglicht einen verständlichen und eindringlichen Zugang zum komplexen philosophischen Werk Hans. D 2015, R: Isabella Gresser, mit Byung-Chul Han, Park-Chan Wook, 61 Min., OmU Gast: Julian Osthues (Universität Bremen) 5.2.2019, 20:30STARLESS DREAMSIn einer Teheraner Einrichtung, dem sogenannten Korrektur- und Rehabilitätszentrum, werden minderjährige Frauen aus der Gesellschaft ferngehalten, weil sie sich mit Gewaltdelikten, Drogenhandel oder Mord straffällig gemacht haben. Zum Teil schon Mutter oder verheiratet, erzählen sie sich von ihren Taten, welche Gründe dazu geführt hatten, und von der Angst davor, in ihre alten Leben zurückkehren zu müssen. Unter einander erfahren sie das erste Mal in ihrem Leben Gefühle der Gemeinschaft, Zugehörigkeit und Solidarität. Der selten aufgeführte Film beleuchtet die ersten institutionellen Schritte einer repressiven Gesellschaft, die zu Verarmung, Entfremdung und Geschlechterdiskriminierung führen. Mehrdad Oskouei, einer der bedeutendsten unabhängigen Dokumentarfilmer des Iran, kämpfte sieben Jahre für die Erlaubnis, Aufnahmen in einem Gefängnis machen zu dürfen. Seiner sensiblen und zurückhaltenden Herangehensweise ist es zu verdanken, dass man so einen intimen Zugang zu den verletzlichen jungen Frauen erhält und dass sie so schonungslos offenherzig ihre Geschichten, ihre Träume und ihre Ängste darlegen. „At once inextricably rooted in specific cultural circumstances yet speaking to the universal experience of state institutionalization, Starless Dreams is a deeply revealing humane study of the limits of the permissible.” (Rendezvous with Madness Film Festival Toronto)Royahaye dame sobh, IRN 2016, Regie: Mehrdad Oskouei, 76 Min., persisch OmengUGäste: Sevda Atik (Mitarbeiterin Senatorin für Soziales und Referat Integrationspolitik), Nadine Ochmann (FB 11 – Human- und Gesundheitswissenschaften, Universität Bremen)Ticket-Plus Wir sammeln Spenden für den gemeinnützigen Verein Freunde fürs Leben e.V., der sich der Suizidprävention und gesundheitlichen Aufklärung über Depression und Suizid bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen verschrieben hat. Mehr Informationen unter: www.frnd.deMehr Infos zum Programm und zu den Filmen auf www.city46.de.