• Dokumentarfilm „Jetzt – nach so viel`Jahren“ & Podium

  • So, 08.03.2020 ab 17:00 Uhr
  • Weltecho
    Annaberger Str. 24
    09111 Chemnitz
Dokumentarfilm „Jetzt – nach so viel`Jahren“ & Podium - Weltecho - Chemnitz

Kooperation des Studentinnenrats der TU Chemnitz und 29. Tage der jüdischen Kultur ChemnitzDokumentarfilm: „Jetzt – nach so viel`Jahren“ von Pavel Schnabel und Harald Lüders, BRD 1981– mit anschließendem Gespräch zwischen den Filmemachern und Felix DümckeInhalt:„Jetzt – nach so viel’ Jahren“ handelt von dem Umgang der Einwohnerinnen eines kleinen nordhessischen Dorfes namens Rhina mit der zum Zeitpunkt der Produktion ca. 40 Jahre zurückliegenden NS-Vergangenheit. Lange auch „Klein Jerusalem“ genannt, war es bis in die 1920er Jahr der einzige Ort Preußens mit überwiegend jüdischer Bevölkerung, welche nur wenige Monate nach dem Novemberprogrom 1938 in Gänze aus dem Dorf vertrieben wurde. Nachdem die Regisseure die Dorfbevölkerung im Jahr 1980 zur Geschichte ihres Heimatdorfes befragen, kommen die Jüdinnen und Juden zu Wort, die es geschafft haben, in den 1930er Jahren nach New York zu fliehen. Im letzten Abschnitt werden die eingangs interviewten Rhinaerinnen mit den Aufnahmen ihrer ehemaligen Nachbarinnen konfrontiert. Abwehr ist die Reaktion auf die erinnernden Bilder aus New York. Jahrzehnte nach seiner Entstehung hat dieser mehrfach preisgekrönte Film nichts von seiner Brisanz verloren - im Gegenteil.Gesprächsrunde:Felix Dümcke erforscht in seiner Masterarbeit den Dokumentarfilm „Jetzt – nach so viel’ Jahren“ von 1981 als Indikator wie auch selbstwirkenden Faktor eines geschichtskulturellen Wandels. Der Nationalsozialismus wurde an der Schwelle zu den 1980er Jahren einer fundamentalen Neubewertung unterzogen. Zunehmend geriet die Perspektive der Opfer des NS-Verbrechens in den Fokus der deutschsprachigen Öffentlichkeit; der bis dahin nicht geläufige Begriff Holocaust erfuhr eine plötzliche Popularität. Damit einher ging eine wachsende Aufmerksamkeit für Zeitzeug_innen. Über die Entstehungsgeschichte des Dokumentarfilms, wie damals über den Nationalsozialismus gesprochen wurde und was sich seitdem geändert hat, sprechen Felix Dümcke und die Filmemacher Pavel Schnabel und Harald Lüders.