• Vaudeville Etiquette (USA) - Country & Folk meets Classic Rock!

  • Fr, 03.03.2017 ab 19:00 Uhr
  • Blue Notez Club Dortmund
    Joseph-Cremer-Straße 25
    44141 Dortmund
Vaudeville Etiquette (USA) - Country & Folk meets Classic Rock! - Blue Notez Club Dortmund - Dortmund

Datum: Fr. 03.03.2017Ort: Blue Notez Club - DortmundEintritt: VVK 17,- / AK 20,- €Einlass: 19.00 UhrBeginn: 20.00 UhrBLUE NOTEZ CLUBJoseph-Cremer-Str. 2544141 Dortmundinfo@blue-notez.comwww.blue-notez.comVaudeville Etiquette bewegen sich auf den Grenzen zwischen Folk, Country und Psych-Rock, und das tun sie voller Mut, Leidenschaft und Witz.Das aus Seattle stammende Quintett vereinbart moderne Texte mit zeitlosen Melodien, berauschend wirkenden Harmonien und einer kraftvollen Mischung aus Country und Classic Rock. Ihre Live-Auftritte sind paralysierend und regen zum Nachdenken und Mit-Fühlen an. Durch die Stimmen von Tayler Lynn und Bradley Laina, bereichert durch Matt Teske an der Pedal-Steel-Gitarre, wird der Zuhörer den ganzen weiten Weg von energetischen Anthems über furchtlose, psychedelisch anmutende Improvisationen zu wehmütigen Balladen und wieder zurück getragen.Mit dem bewusst (?) etwas gegensätzlichen bzw. andeutungsschwangeren Titel "Debutantes & Dealers" startete Vaudeville Etiquette aus Kalifornien vor etwa zwei Jahren und ihrem Debütalbum den Weg in das größere Rampenlicht. Zwischen den seither fast pausenlos stattfindenden Tourneen fand das Quintett aber auch die Zeit, sich ein ehemaliges Motel in einer sehr zwielichtigen Gegend zu kaufen und obendrein auch noch ein zweites Album aufzunehmen. Mit "Aura Vista Motel" haben die Musiker diesem dann gleich den Namen ihrer neuen Heimat verpasst, von der sie so stark inspiriert wurden, dass sich jeder einzelne Track der Scheibe um eines der Schicksale ehemaliger Bewohner dieser Absteige dreht.Logisch, dass es also reichlich Inspirationen für die Lyrics gab, was sich durchaus kreativ auf die Texte ausgewirkt hat. Es geht um einzelne Charaktere und Lebenssituationen, wie sie in einem Jim Jarmusch-Film oder einem Charles Bukowski-Buch nicht besser hätten dargestellt werden können. Nicht ganz so abgefahren vielleicht, dafür aber auch nicht weniger interessant. Mehr will ich dazu auch gar nicht groß verraten, denn es macht viel mehr Spaß, diese Geschichten für sich selbst zu entdecken.Musikalisch wird hier eine Mischung aus Country- und Folk Rock vorgelegt, die immer wieder auch mal mit poppigen Einsprengseln (die ich persönlich nicht gebraucht hätte) versehen wird. Für die herzerwärmenden Töne sorgt dabei immer wieder Matt Teske an der Pedal Steel-Gitarre, während sich beim Gesang Braidley Laina und Tayler Lynn – mal zusammen, mal jeweils solo – die Klinke in die Hand geben. Speziell Miss Lynn macht bei (dem von Drogen-Eskapaden handelnden) "Aura Vista" eine verdammt gute Figur. Aber auch Laina hat beispielsweise bei "Helpless Heart" oder "Till The Wheels Unwind" sehr starke Momente vor dem Mikro.Apropos "Till The Wheels Unwind": Die Nummer ist ein feiner Country-Rocker, der erneut mit der superstarken Pedal Steel aufgepeppt wurde. Und wenn wir schon bei den Rockern sind, muss auch der Opener "Crosseyed Crazy" erwähnt werden, der mit klasse Duett-Gesang und starken Gitarren-Licks punkten kann. Das bereits erwähnte "Aura Vista" tritt lediglich minimal auf die Bremse und ist mein Favorit dieser Scheibe. "Bridges" schiebt ein Pedal Steel-Riff in den Vordergrund und erinnert etwas an Steve Earle, allerdings mit nicht ganz so prägnantem Gesang. Ein weiterer Höhepunkt ist das fetzige "Tipping Point", das sich zum Ende hin sogar in einen geilen Jam steigert.Dass Vaudeville Etiquette es auch sehr gefühlvoll können, zeigen dann Stücke wie das etwas wehmütig-sehnsüchtige "Empty Hands", das schöne, mir aber etwas zu poppige "Damn Lovely", das eine Western-/Wüstenatmosphäre heraufbeschwörende "Set It On Fire" oder der abschließende "Leaving Song", bei dem Braidley Laina und Tayler Lynn noch einmal ihren richtig guten Duett-Gesang in die Waagschale werfen.