• MHM & DAVE pres.: Propaganda Sucks! Filmvertonung von "Arsenal"

  • Di, 22.10.2019 ab 18:00 Uhr
  • Militärhistorisches Museum der Bundeswehr - MHM Dresden
    Olbrichtplatz 2
    01099 Dresden
MHM & DAVE pres.: Propaganda Sucks! Filmvertonung von "Arsenal" - Militärhistorisches Museum der Bundeswehr - MHM Dresden - Dresden

Zusammen mit dem DAVE-Festival präsentiert das Militärhistorisches Museum der Bundeswehr - MHM Dresden auch in diesem Jahr die Vertonung eines Stummfilmklassikers. Diesmal zeigen wir Oleksandr Dovzehnkos „Arsenal“ (UdSSR 1929), zu dem der britische Komponist Guy Bartell alias Bronnt Industries Kapital den Soundtrack beisteuert. Elend, Krieg und Revolution – Ukraine 1918: Stumpf dreinblickend versohlt eine Mutter ihr weinendes Kind, ein einarmiger Bauer züchtigt sinnlos sein Pferd, gesichtslose Soldatenkolonnen ziehen vorüber. Zugleich lässt das groteske Lachen eines zahnlosen Soldaten all den Wahnsinn des Ersten Weltkrieges sichtbar werden, in der der Mensch seine gewalttätige Seite offenbart.Die geschickt montierten Szenen zu Beginn des Films „Arsenal“ (1929) gehören zum Eindringlichsten, was die sowjetischen Stummfilmära zu bieten hat. Nicht umsonst protegierte Sergej Eisenstein das Werk von Oleksandr Dovzhenko, der eigentlich den Auftrag hatte, einen Propagandafilm zu drehen, der den historischen Kampf der bolschewistisch-revolutionären Arbeiter gegen die Kräfte der Bourgeoisie in der Kiewer Munitionsfabrik „Arsenal“ verherrlichen sollte. Zwar greift Dovzhenko den Streik, den Aufstand und die Bestrebung zur Revolution auf, unterläuft aber zugleich den staatlichen Propagandaauftrag. Viel zu uneindeutig ist der Film, zu komplex durch das vielseitige Spiel der Widersprüche. Der britische Komponist Bronnt Industries Kapital alias Guy Bartell schreibt in der diesjährigen Film-Live-Vertonung diese Vielseitigkeit musikalisch fort. Klassische und außergewöhnliche, analoge und digitale Klangquellen vereint er zu einem Soundtrack, der auf dem doppelten Boden von Dovzhenkos Widersprüchen tanzt und das zerrüttete Nervensystem einer Zeit erklingen lässt, in der der Mensch in den Abgrund moderner Gewalt blickte. EINTRITT FREIDie ursprünglich für diesen Abend vorgesehene Vertonung von „Nosferatu“ entfällt. Mit freundlicher Unterstützung durch National Oleksandr Dovzenko Centre und State Film Agency of Ukraine.