• U 3000

  • Di, 19.04.2016 ab 21:00 Uhr
  • Scheune Dresden
    Alaunstr. 36-40
    01099 Dresden
U 3000 - Scheune Dresden - Dresden

Live on stage:U3000Was macht man, wenn man sein Studium an der Kunsthochschule abgebrochen hat? Eine Band gründen! Klar, dass diese dann einen extravaganten Namen braucht, den keiner versteht und dass diese Band sich im Internet erstmal rar und überhaupt einen auf Unauffindbar macht. Aber dann tauchen da Songs auf, die sich aufs Eleganteste und Schamloseste den Mitteln des Pop bedienen, die man sich sogar wirklich gut anhören kann: „Ich werd mich nie gegen Liebe wehrn!“, Zeilen, die so universell erscheinen, dass man sich wundert, dass sie vorher noch nicht da waren.„It`s the singer, not the song!“ sang Mick Jagger einst und das wissen U3000: dass ihr lakonischer, trotziger Doppelgesang sie von der Pflicht entbindet, irgendetwas sprachlich genau auf den Punkt zu bringen, was im Deutschen ohnehin nervt: Nein! Die Attitüde macht's! Das Wunder geschieht im norddeutschen Niemandsland. In Hannover treffen sich Mika Amsterdam, Hannes Wesendonk, Nathan Juno und Anska Rot und haben in diesem kulturellen Vakuum schnell ihren eigenen Sound gefunden. Den Sound einer gnadenlosen Liveband ohne Rockallüren, aber mit den hippen Synthies der Neunziger und der lässigen let-go-Haltung von Gruppen wie Blur oder Franz Ferdinand in den Nullerjahren, als melodiöser Indie noch musikalische Königsdisziplin war. Die Nummern finden ohne viel Brimborium wie Plattenfirmen oder Managements den Weg ins Radio und in die einschlägigen Musikmagazine, doch umgibt U3000 noch der Glanz des Uneindeutigen, Unvereinnahmbaren. Verwirrend ist das Referenzsystem, das sie aufbauen. Da wird eine MTV-artige, mit dem Smartphone gefilmte Youtube-Serie gelauncht, die die Band auf dem Weg zum Erfolg begleitet – und alles ist Fake, alles ist überzeichnet, egal, ob sich die Band scheinbar größenwahnsinnig im eigenen Nightliner filmen lässt oder in der nächsten Folge einen gigantischen Erfolg in Asien behauptet.Dass diese Band nach Berlin muss und dort schnell eine ordentliche Fanbase zusammenspielt ist ebenso klar, wie dass sie einen der visionärsten deutschen Produzenten für ihr Album gewinnen kann: Patty „el Pattino“ Majer (Wir sind Helden, Lemonbabies, etc. ). Dazu passt genauso gut, dass das erste Musikvideo zum poppigen „Mädchen, tanz mit mir!“ mit einer alten VHS-Kamera in Paris gedreht wird und die Band auf Festivals mit einem lauten, amerikanischen Bandbus à la A-Team vorfährt.