• 02.09.2019 Rhein features Kori d'Agadez - Bibi Ahmed

  • Mo, 02.09.2019 ab 20:30 Uhr
  • KIT Cafe
    Mannesmannufer 1b
    40213 Düsseldorf
02.09.2019 Rhein features Kori d'Agadez - Bibi Ahmed - KIT Cafe - Düsseldorf

KIT Water Music päsentiert'Rhein features Kori d'Agadez'Konzert 'Bibi Ahmed' // NigerTegra-Tat dar-ak, a-tat-hannayad dat-ak.Wirf es hinter dich, du wirst es vor dir sehen.(Sprichwort der Tuareg)https://promo.theorchard.com/4Hx93g9PTGy2TfJKovR9Gregor Samsa / Sounds of SubterraniaMusik aus Afrika, als Einordnung bei der gigantischen Größe und Vielfalt dieses Kontinents natürlich völligverkehrt, hat mich in den letzten Jahren immer mehr fasziniert. Den Hauptgrund sehe ich dabei in denParallelen zu Punk- bzw. der Untergrundmusik der DDR. Es sind nicht die gespielten Töne, die diesen Schluss zulassen, sondern die Haltung und der Grund warum musiziert wird. Fast die gesamte Musik, die ich kennenlernen durfte, dient der Kommunikation und beinhaltet oftmals die Interaktion von Künstlerund Publikum. Nachdem Mitglieder der ghanaisch-dänischen Band African Connection wiederholt nichtnach Europa einreisen durften, reifte in mir die Idee für ein Labelfestival in Accra. Hierfür begab ich michauf die Suche nach afrikanischen Künstlern und stieß dabei auf ein Video von Bibi Ahmed. Vom ersten Tonan war ich fasziniert von seiner Art Gitarre zu spielen, stecken doch so viele Facetten in dieser meditativenMusik. Ähnlich, der Musik von Morricone, vermittelten die Töne Bilder und kleine Geschichten. Man kannes an dieser Stelle abkürzen, ich war sofort Fan. Die Kontaktaufnahme gestaltete sich allerdings schwierig,es existierte weder Web- oder Facebookseite, natürlich auch keine Emailadresse oder Telefonnummer.Auch hier tun sich erstaunliche Parallelen zur Musikszene in der DDR auf. Die Suche nach dem passendenKontakt gestaltete sich dementsprechend. Nach ca. 24 Weiterleitungen erhielt ich endlich dieEmailadresse eines Freundes von Bibi und dem Einsatz von Kommunikation mittels Google Translate standnichts mehr im Weg. Man kann sagen auch hier half die alte DDR-Schule der Verständigung. Ich lud Bibi imFebruar diesen Jahres für Aufnahmen und eine kleine Kurztour nach Deutschland ein. Und das Ergebnishabt ihr ja jetzt vor euch liegen.Bei den Aufnahmen, den Konzerten und unserer Reise wurde mir bewusst, wie wenig wir Europäer dieInformationen über das Leben und die Kultur in diesem Teil der Welt, einordnen können, und wie sehr wiralles nur aus unserem Blickwinkel wahrnehmen. Dass vor dem Tod im Mittelmeer, ein Tod in der Wüste undein Tod in den Bergen wartet. Dass der Zugang zu Bildung in Europa frei ist und in anderen Ecken dieserWelt die Eltern dafür zahlen bzw. für das Recht auf Bildung kämpfen. Dass auf der Welt Sprachen existiertfür die es keine Schrift gibt und dass in dieser Sprache Worte sehr, sehr viele Bedeutungen haben könnenund sie eigentlich, da man den Kontext nicht versteht auch nicht so einfach übersetzbar sind. Dassregelmäßige Drohnenflüge als Zeichen eines Sicherheitsgefühl wahrgenommen werden oder das Wegesich ständig verändern, da sich durch die Winde die Massen an Sand eben auch ständig verschieben.All dies lernte ich durch seine Erklärung der Songtexte und es half mir gleichzeitig die Musik von Bibibesser zu verstehen bzw. ermöglichte mir einen kleinen Zugang zu seiner Kultur und dem Grund für seineEntscheidung Musiker zu werden. Bei all dieser scheinbaren Verschiedenheit gab es vieleÜbereinstimmungen. Unsere Liebe zu Feedback und knarzigen Verstärkern. Unsere Kunst um den heißenBrei zu reden. Unsere Einstellung zu Arbeit als Prozess und Selbstfindung.Es gibt soviel Facetten an Bibis Musik die mich begeistern, und es würde mich freuen, wenn ihr selbst indiese faszinierende Welt eintauchen würdet.www.soundsofsubterrania.com