• Eröffnung / Opening: Sol Calero – Pica Pica

  • Fr, 31.08.2018 ab 19:30 Uhr
  • Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen
    Grabbeplatz 4
    40213 Düsseldorf
Eröffnung / Opening: Sol Calero – Pica Pica - Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen - Düsseldorf
  • Scroll down for English version -Wir würden uns sehr freuen, Sie am Freitag, den 31. August 2018 um 19:30 Uhr zur Eröffnung der Einzelausstellung PICA PICA von SOL CALERO im Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen begrüßen zu dürfen.SOL CALERO – PICA PICA1. September – 28. Oktober 2018Eröffnung: Freitag, 31. August 2018, 19:30 UhrBegrüßung: Georg Kulenkampff, VorsitzenderEinführung: Eva Birkenstock, DirektorinDer Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf freut sich, mit Pica Pica eine Einzelausstellung der in Venezuela geborenen und in Berlin lebenden Künstlerin Sol Calero zu präsentieren. Calero hat in den letzten Jahren eine vielförmige Arbeitsweise entwickelt, um kulturelle Codes, geteilte gemeinschaftliche Umgebungen und die Bildproduktion innerhalb Lateinamerikas – ebenso wie von in Migration lebenden lateinamerikanischen Gemeinschaften – zu untersuchen. Ausstellungsorte werden bei ihr zu lebendigen, immersiven Räumen des Austauschs und der sozialen Interaktion: Der Schönheitssalon, die Tanzstunde, die Schule oder auch das Setting einer Telenovela sind Szenarien, die sie nachbildet, um aufzuzeigen, dass die Konstruktion verbreiteter Paradigmen nicht nur durch gesellschaftliche ‚Stoffe‘ vermittelt wird und untrennbar mit ihnen verbunden ist, sondern aus diesen überhaupt erst ‚gewoben‘ wird.Pica Pica, der Titel ihrer Ausstellung, nimmt Bezug auf eine Legende, die sich unter einem Lagunaria Patersonia Baum (umgangssprachlich als Pica-Pica-Baum bezeichnet, spanisch für ‚juckender Baum‘, aufgrund seiner Juckreiz auslösenden Samen) in Venezuela ereignet haben soll. Der Legende nach legte sich ein kranker Hirte namens José Zambrano zum Sterben in den Schatten unter eben einen solchen Baum. Ein anderer Hirte, der gerade sein Vieh verloren hatte, sah ihn und legte Zweige zum Schutz um seinen Körper. Er versprach dem Sterbenden eine angemessene Beerdigung, sofern er seine Herde finden sollte. Nachdem ihm dies gelungen war, kehrte er zurück, um sein Versprechen zu halten. Bis heute glaubt man, dass der Pica-Pica-Baum mit Zambranos ruhender Seele ein Ort ist, an dem Wunder geschehen. Pica Pica wird seither als heiligenähnliche Figur und der Baum als Wallfahrtsort verehrt, zu dem Menschen sogenannte Milagritos (spanisch für ‚kleines Wunder‘) als Dank für ihre in Erfüllung gegangenen Wünsche bringen: handgefertigte, objektförmige Nachbildungen dieser Wünsche in Form einer Hand, eines Hauses oder eines Autos.In Düsseldorf lieferten persönliche Erinnerungen der Künstlerin an eine José Zambrano – El Ánima de Pica Pica gewidmete Kapelle den Ausgangspunkt für die Produktion einer neuen Gruppe an Arbeiten. Die über und über mit handgemachten Milagritos versehene Kapelle befindet sich auf dem Weg zu dem Haus ihrer Großmutter im ländlichen Venezuela. Um eine sichere Reise zu gewähren und Unheil zu vermeiden, war es üblich, einen Zwischenstopp einzulegen und Pica Pica seine Ehre zu erweisen. In Anlehnung an diese persönlichen Erinnerungen verwandelt Sol Calero den Kunstverein in ein utopisches, interaktives Pica-Pica-Haus und lädt die Besucher_innen ein, die Ausstellung anhand von Repräsentationen ihrer eigenen Wünsche zu ergänzen. Nicht zuletzt in Zeiten einer solch heftigen sozioökonomischen Krise, wie sie Venezuela derzeit erleidet, ist das transformative Potential derartiger Räume für die gesellschaftliche Verhandlung der aktuellen politischen Realität von nicht zu unterschätzender Bedeutung.Die Ausstellung wird von einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm aus Vorträgen, Führungen und einem Künstlerinnengespräch begleitet. Die Termine werden zeitnah gesondert bekannt gegeben.Kuratiert von Eva BirkenstockKuratorische Assistenz: Gesa Hüwe***- English Version -We are pleased to welcome you on Friday, August 31st at 7.30 pm to the opening of the solo exhibition PICA PICA by SOL CALERO at Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf.SOL CALERO – PICA PICASeptember 1 – October 28, 2018Opening: Friday, August 31, 2018, 7.30 PMWelcoming: Georg Kulenkampff, chairmanIntroduction: Eva Birkenstock, directorKunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf is pleased to present Pica Pica, a solo exhibition by Venezuela-born, Berlin-based artist Sol Calero. Over the course of the past years, Calero has explored cultural codes, communal environments, and image production in Latin America and of the Latino communities living in migration. She transforms exhibition venues into immersive and colorful spaces of collective practice: the beauty salon, the dance class, the school, or even the setting of a telenovela, are all scenarios that she has recreated, exposing how the construction of a common paradigm is mediated by, and inseparable from, the social fabric where it is woven.The title of her current show, Pica Pica, refers to a legend that occurred under a Lagunaria patersonia tree in Venezuela (a tree colloquially referred to as the Pica Pica tree, Spanish for ‘itchy itchy’, due to its irritating seeds). The legend tells of a shepherd named José Zambrano who falls ill and lies down in the tree’s shade to die. Another shepherd, who had just lost his cattle, sees him and surrounds his corpse with branches. He promises him a proper burial if he finds his herd. After he succeeds in finding it, he returns to keep his word. Up to today, it is believed that the Pica Pica tree with Zambrano’s resting soul is a site of granted miracles. Pica Pica became a saint-like figure of devotion, and the tree a popular place of pilgrimage, where people bring so called Milagritos (Spanish for ‘little miracles’) in return: small, often self-made object-like representations of their wishes in form of a hand, a house, or a car.At the Kunstverein Sol Calero takes her personal memories of a chapel dedicated to José Zambrano – El Ánima de Pica Pica as the point of departure for a new body of work. The chapel was located on the way to her grandmother’s house in the Venezuelan countryside. To be granted a safe journey, one had to stop and pay respects. The interior of the chapel was full of Milagritos offered by devotees. In reference to her own memories, Calero turns the exhibition space of the Kunstverein into a utopian Pica Pica house and invites visitors to participate by creating their own representations of wishes and desires. Not at least in moments of such battering socio-economic crisis as Venezuela is suffering now, the transformative power of such spaces is of particular importance for the social negotiation of the current political reality.The exhibition is accompanied by an extensive program of lectures, guided tours and an artist talk. The dates will be announced soon.Curated by Eva BirkenstockCuratorial assistant: Gesa Hüwe