• DIE NACHT KURZ VOR DEN WÄLDERN

  • Sa, 28.02.2015 ab 19:30 Uhr
  • Kunstwerden/kunstwerden.bühne
    Ruhrtalstrasse 19
    45239 Essen
DIE NACHT KURZ VOR DEN WÄLDERN - Kunstwerden/kunstwerden.bühne - Essen

Karl Walter Sprungala

Abstellgleis. Ein derangierter ausrangierter Penner, der nur Müll labert. Spricht mit einem, den es gar nicht gibt. Spricht mit sich selbst. ( Mit denen, die ihm zuhören und denen, die ihm nicht zuhören. ) Labert Scheisse vor sich hin. Wer will das haben? "Also mich persönlich interessiert das deshalb, weil die Penner, die Clochards, der Abschaum nicht politisch korrekt redet." Eine Reise in den Kopf eines Mannes, der von allen guten Geistern verlassen ist. Oder doch nicht? Wird er leben oder wird er sterben? Is doch egal. Da wurde schon soviel drüber geschrieben. Also nochmal: ein Mann steht im Regen. Wirklich? Oder erzählt er das nur? Am Schluß des großen Redeflußes erfahren wir, daß der Mann von zwei Rockern zusammengeschlagen wurde. Wirklich? Oder erzählt er das nur? Eine Erzählmaschine. Reden, um nicht zu sterben. Reden, um sich nicht zu Tode zu langweilen. Geschichten erzählen. Wahr oder nicht? Entscheide Du! Terror! Ein Mann hat Paranoia. Oder nicht? Ist seine Panik berechtigt? Er ist kein Mitläufer. Er stellt sich dagegen. Wogegen? Gegen alles? Gegen sich selbst? Ein Mann steht allein im Regen. Dieser Mann ist betrunken. Er will seine Ruhe haben, aber vorher muß er noch alles erzählen, denn die Ruhe: vielleicht ist sie endgültig, vielleicht ist sie das Ende. Der Tod. Aber wir sind doch im Theater. Im Theater ist das Ende, wenn das Licht auf der Bühne ausgeht, wenn das Licht im Zuschauerraum angeht. Oder wenn alle Lichter anbleiben. Wenn der Schauspieler weggeht oder nichts mehr sagt oder dableibt, sich nicht mehr bewegt. Wenn der Applaus einsetzt oder wegbleibt. Wenn die Zuschauer nach Hause gehen. Wenn das Stück im Kopf des Zuschauers vielleicht weitergeht. Wenn das Leben weitergeht. Kein Ende in Sicht.