• Ágnes Heller - Die Welt der Vorurteile

  • Di, 24.11.2015 ab 19:00 Uhr
  • Alte Synagoge
    Steeler Straße 29
    45127 Essen
Ágnes Heller - Die Welt der Vorurteile - Alte Synagoge - Essen

Die Philosophin Agnes Heller gilt als Gewissen Ungarns. Sie überlebte den Holocaust und war Opfer jahrzehntelanger Repressionen durch das kommunistische Regime. Die letzten Jahre trat sie immer wieder als scharfe Kritikerin der Orban-Regierung auf. Jetzt hat die 85-Jährige ein neues Buch herausgebracht.

Ágnes Heller greift zurück bis in die Antike, um zu zeigen, unter welchen Umständen Vorurteile entstehen können. Sie fragt nach gesellschaft¬lichen und psychologischen Voraussetzungen und analysiert die grundlegenden Vorurteile der Moderne: rassische, ethnische und religiöse Vorurteile, Klassenvorurteile, Vorurteile gegen Frauen und sexuelle Vorurteile. Von Sokrates bis Shakespeare, von Leibniz über Weber bis Foucault und Luhmann führt uns die Grande Dame der Philosophie vor Augen, was sie auch persönlich im 20. und 21. Jahrhundert erlebt hat und noch erlebt: einen ganzen Kosmos von Vorurteilen.

Ágnes Heller, Jahrgang 1929, ist Schülerin von Georg Lukács. Gemeinsam mit ihrer Mutter entging sie dem Holocaust in Budapest nur knapp, ihr Vater und viele Verwandte wurden ermordet. Sie beteiligte sich aktiv an der ungarischen Revolution von 1956. Nach langer politischer Unterdrückung emigrierte sie 1977 als Professorin für Soziologie nach Melbourne. 1986 wurde sie Nachfolgerin von Hannah Arendt auf deren Lehrstuhl für Philosophie an der New School for Social Research in New York. Ágnes Heller lebt heute in Budapest.

Veröffentlichungen (Eine Auswahl in deutscher Sprache): Instinkt, Aggression, Charakter, VSA Verlag, 1977 Philosophie des linken Radikalismus, VSA Verlag, 1978 Diktatur über die Bedürfnisse: sozialistische Kritik osteuropäischer Gesellschaftsformationen, VSA Verlag, 1979 (zusammen mit Ferenc Fehér) Theorie der Gefühle, VSA Verlag, 1980 Das Alltagsleben. Versuch einer Erklärung der individuellen Reproduktion, Suhrkamp Verlag, 1981 Ungarn '56 : Geschichte einer antistalinistischen Revolution, VSA Verlag, 1982 (zusammen mit Ferenc Fehér) Der sowjetische Weg, Bedürfnisdiktatur und entfremdeter Alltag, VSA Verlag, 1983 Der Mensch der Renaissance, Suhrkamp Verlag, 1988 Requiem für ein Jahrhundert, Hamburger Edition, 1995 Ist die Moderne lebensfähig?, Campus Verlag, 1995 Der Affe auf dem Fahrrad - eine Lebensgeschichte, Philo Verlag, 1999

Frau Heller wurde 1981 mit dem Lessing Preis der Stadt Hamburg, 1995 mit dem Hannah-Arendt-Preis der Stadt Bremen ausgezeichnet. Im gleichen Jahr erhielt sie den Széchenyi-Nationalpreis der Republik Ungarn. 2012 wurde sie mit dem Carl-von-Ossietzky-Preis geehrt.

Dr. Uri Kaufmann studierte von 1977 bis 1983 an der Hebräischen Universität in Jerusalem Geschichte und wurde 1987 an der Universität Zürich promoviert. Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg, Lehrbeauftragter an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg und entwickelte Konzepte für das Jüdische Museum Berlin. Seit dem 1. September 2011 ist er Leiter der Alten Synagoge in Essen.

Der Eintritt ist frei Reservierung empfohlen: Tel. 0201-82070-0 mail: post@heine-buch.de oder via Facebook

Das hier vorgestellte Buch:

Agnes Heller Die Welt der Vorurteile. Geschichte und Grundlagen für Menschliches und Unmenschliches 2015, Edition Konturen, 192 S., Kt., EUR 24,-

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