• Sebastian Hackel

  • Do, 23.10.2014 ab 20:00 Uhr
  • Weststadthalle Essen
    Thea-Leymann-Str. 23
    45127 Essen
Sebastian Hackel - Weststadthalle Essen - Essen

Sebastian Hackel VVK: 8,00 € zzgl. Gebühren Einlass: 20.00 Uhr / Beginn: 20:30 Uhr

Spätestens seit seinem Auftritt bei „Inas Nacht“ ist Sebastian Hackel vielen ein Begriff, weit über die Grenzen seiner selbstgewählten Heimatstadt Dresden hinaus. Oder vielleicht haben Sie noch ein Gespräch mit Tom Liwa in Erinnerung, der Sebastian Hackel nicht nur auf Grund seiner Musik und seiner Poesie respektvoll auf Augenhöhe begegnet, sondern ihn auch als Menschen schätzt; als charakterstarken, selbstbewussten und zielstrebigen Mittzwanziger, der „alternativ denken und leben“ nicht mit „saisonales Betreiben eines Stadtgartens“ übersetzt, sondern in den kreativen Motor und unbedingten Anspruch der eigenen Existenz.

Menschen zu begegnen, sich mit ihnen auszutauschen, sei „wie einkaufen“, sagt Sebastian Hackel. „Ich nehme nur das mit, was ich mir leisten kann und mich am meisten beeindruckt. Alles andere ist für andere und bleibt beim Gegenüber.“ Sehr schlaue Methode. „So bleibt´s im Kühlschrank immer frisch und lecker.“ All diese Begegnungen hinterlassen Eindrücke und Spuren, die Sebastian Hackel meist dann verarbeitet, wenn er ganze Vormittage unter der Dusche verbringt oder allein, mit einem alten Stuhl in seinem alten Kleinwagen, die Autobahn nach Tourplan bereist. In Kombination mit der vorbeifliegenden Landschaft entstehen Bilder in seinem Kopf, die sich später als Lieder wie ´Laufband´ oder ´Soll die Welt sich´ aus seinem Inneren mischen, die er wie lang gereifte Früchte seiner Gedanken nur noch zu ernten braucht. Bittersüße Oden aus Aufbruch, Veränderung und dem Wunsch, dabei immer Kind bleiben zu dürfen. „Barfuß laufen“, sagt Sebastian Hackel, fühlt sich an, „wie damals ein Tag im Freibad“.

Aufmerksamer sei man, wenn man ohne Schuhe durchs Leben läuft. „Manchmal sind es nur Kleinigkeiten wie Temperaturunterschiede auf dem Kopfsteinpflaster“, so Hackel. „Aber man nimmt seine Umgebung, die Umwelt anders und direkter wahr, wenn man sie mit nackten Füßen berührt.“

Haben wir das früher nicht alle gerne getan, als Kind? Herumtoben, balancieren, Grenzen ausloten und uns dabei wehtun, stoßen und fallen, die Haut aufreißen und an Grinden pulen? Sebastian Hackel hat sich einiges davon bewahrt. Nicht als barfuß durch die Welt hüpfender Freigeist, sondern als ein Künstler, der sich verboten hat, erwachsen zu werden. Als ein junger Mann, der sich fragt, wie er es sich trotz all der Ansprüche, der Verantwortung, der Organisation von Job und Alltag ermöglichen kann, naiv und neugierig zu bleiben. Nicht abzustumpfen, aufmerksam mit angeschalteten Sinnen durchs Leben zu schreiten.