• TRIVIA – Eine Performance

  • So, 03.04.2016 ab 19:00 Uhr
  • Alte Mitte
    Schützenbahn 37
    45127 Essen
TRIVIA – Eine Performance - Alte Mitte - Essen

Die Gruppe Moment, eine junge Formation aus vier Musikern und zwei Tänzern präsentiert die Performance "TRIVIA".

Herbert DesLauriers - Tanz Shasta Ellenbogen - Viola Leonhard Huhn - Saxophon Eva Maria Mitter - Akkordeon Daniela Petry - Kontrabass Valentina Schulte-Ladbeck - Tanz

TRIVIA ist die Erzählung einer antiken Sage, bei der es um scheinbare Wiedersprüche in den Zyklen des Lebens und der Natur geht. Eine Symbiose aus Klang, Bewegung und bewegten Objekten – durch verschiedenartige zeigenössische (komponierte) und Improvisierte Musik, modernen und klassischen Tanz und den Objekten der Natur selbst.

Die Technik Martha Grahams, Kontaktimprovisation, klassisches Ballett und Tanzpartnerschaften mit Objekten der Natur wie Stock und Stein prägen das Tanzduo und die gesamte Performance. Das Ensemble begreift sich als Kollektiv, welches Tanz und Musik ohne Hierarchie nebeneinander stellt.
Improvisierte Musik und Werke von John Cage, Sidney Corbett, Sofia Gubaidulina, Gérard Grisey, Chiel Meijering, Samir Odeh-Tamimi, und Ayuo Takahashi umfassen das musikalische Programm.

Die altägyptische Figur Heqet ist in der griechischen Mythologie als Hekate und unter den römischen Göttern auch als Trivia bekannt. Die Geschichte der Figur beinhaltet, dass drei Sphären – die des Geistigen (des Himmels), des Weltlichen (der Erde) und des „Bösen“ (der Unterwelt) – eine allgegenwärtige Symbiose bilden. Als Figur, die der Sage nach für ihre Funktion als Geburtshelferin bestraft wurde, dann in der Verbannung auf Hades trifft und in Form der Persephone seine Frau wird, ist sie ein „Quereinsteigerin“ in der Gruppe der Titanen, die durch all dies „Gut und Böse“ selbst gehen musste. Ihre Mitstreiter Hades als Verwalter der Unterwelt und Satyr als Naturgott haben allerdings ebenso schöpferische Kräfte.

Die Orte der zweiteiligen Premiere – der Essener Hauptbahnhof und die "Alte Mitte" – sieht die Gruppe Moment stellvertretend für die Sphären aus der Sage: Die des Geistigen vertritt die Jahrhunderte währende Präsenz des Äbtissinnenstifts, parallel existiert seit der Römerzeit die Unterwelt in der einstigen „Waffenschmiede des Reiches“ (Begrüßung Mussolinis 1937), sowie die Sphäre der Weltlichkeit durch die sich wandelnde Arbeitertradition wie beispielsweise dem Bergbau.

Die Komponisten deren Kammermusikwerke interpretiert werden, stehen nicht in der selben Kompositionstradition. Ebenso wenig die Vorbilder auf improvisatorischer Ebene, wie der Improvisationstradition NRWs, Evan Parker oder Anthony Braxton. Der improvisatorische Umgang mit Werken Luciano Berios, Giacinto Scelsis, Iannis Xenakis´ und aktuellen Komponisten wie Rebecca Saunders´ prägen gleichgestellt den Klang.

http://www.gruppemoment.de/