• L'Aupaire // Essen // Zeche Carl

  • Di, 15.11.2016 ab 19:00 Uhr
  • Zeche Carl
    Wilhelm-Nieswandt-Allee 100
    45326 Essen
L'Aupaire // Essen // Zeche Carl - Zeche Carl - Essen

präsentiert von Vevo, TONSPION, Kulturnews und event: L'aupaire On-Flowers-Tour 2016 15.11.2016 Essen // Zeche Carl Einlass: 19:00 // Beginn: 20:00

Hätten The Beatles Robert Laupert, der als L'aupaire gerade von sich reden macht, gekannt, dann hätten sie ihr Lied „The Long And Winding Road“ nur für ihn geschrieben. „The long and winding road/That leads to your door“ – nein, nein, das ist kein Liebeslied. Sondern es geht um die Tür, die zur eigenen Stimme führt, zur eigenen Klangfarbe, die nur darauf wartet gefunden zu werden. Für Robert ist er wirklich lang und verschlungen, bis er zu dieser geheimnisvollen Tür findet, hinter der er sich, einmal eingetreten in L'aupaire verwandelt.

Auf seinem Weg muss er viele Pfade durchwandern die ihn von seiner Jugend in Gießen, über ein Auslandsjahr in den USA bis hin zu seinem Studium in den Niederlanden. Nach seinem Studium will er mehr: Er kratzt sein ganzes Geld zusammen und zieht nach Budapest in eine kleine Wohnung nahe dem angesagten Judenviertel. Dort angekommen wählt er die Einsamkeit zum Kreativsein. Eine schwierige Zeit, aber eine schöpferische. „Für mich gehört ein gewisses Leiden, ein gewisser Schmerz zur kreativen Arbeit grundlegend dazu“, nimmt er den Gesprächsfaden wieder auf, „hätte ich nicht schlechte Zeiten durchlebt, hätte ich alles, was ich jetzt tue, nicht so konsequent verfolgen können.“

So trägt L'aupaire in Budapest Stück für Stück zusammen. Langsam, aber stetig. Euphorie kommt schließlich auf. „Ich war plötzlich auf dem totalen Höhenflug und mir sicher, die Stücke, die ich hier mache, die landen auf einer CD und dann reißen sich alle Leute drum, ganz so war es dann aber nicht.“ Live auftreten ist die Devise. So häufig spielen, wie möglich. Allein 2014 hat L’aupaire über 100 Shows auf dem Zettel. Auch veröffentlichungstechnisch bleibt er nicht untätig, es gibt die „Rollercoaster Girl“-EP und das dazugehörige Video. All das führt schließlich zu einer Einladung zum South by Southwest (SXSW) Festival nach Austin, Texas. Dies wiederum ist das Sprungbrett für seine Weiterreise nach Los Angeles, wo er auf Mocky trifft, jenen Klangzauberer, der bereits die Musik von Peaches, Feist, Gonzales oder die von Jamie Lidell veredelte. „Mocky haben meine Stücke gefallen. Wir haben gemeinsam viel Zeit verbracht und an neuen Liedern geschrieben“, führt L'aupaire weiter aus.

So hingebungsvoll, wie L'aupaire arbeitet und seine Kompositionen weiterentwickelt, so sicher führt er die Lieder dahin, dass sie das haben, was hypnotische Stücke brauchen: die Einfachheit des Blues, vollmundige Melodiebögen des Pop und spannend erzählte Geschichten. Dann wäre da noch diese Wahnsinnstimme irgendwo zwischen Bob Dylan und Tom Waits. Und die Fähigkeit, seine Lieder aus jeder einzelnen Note heraus explodieren zu lassen und so ein unnachahmliches Klangfeuerwerk zu entfachen. Dann ist es plötzlich wirklich so, dass sich alle um L'aupaire reißen. Manchmal muss man einfach warten können - und bereit sein, lange, verschlungene Wege zu beschreiten, um seine ganz eigene musikalische Stimme zu finden.