• Dokumentarfilm: Joseph Wulf - Ein Schriftsteller in Deutschland

  • Mo, 18.11.2019 ab 19:30 Uhr
  • Kommunales Kino Freiburg
    Urachstraße 40
    79102 Freiburg im Breisgau
Dokumentarfilm: Joseph Wulf - Ein Schriftsteller in Deutschland - Kommunales Kino Freiburg - Freiburg

Die erste Generation der Shoa-Historikerinnen ist in Deutschland immer noch unbekannt, verdrängt und verleugnet. Entgegen dem gängigen und kultivierten Mythos herrschte aber nicht jahrzehntelanges Schweigen vor. Noch während der millionenfachen Vernichtung begannen jüdische Aktivistinnen mit der Dokumentation der Verbrechen und publizierten unmittelbar nach der Befreiung erste Quellen und Analysen, die in der Erstausgabe zumeist auf Jiddisch verfasst waren. Die Werke Joseph Wulfs wurden von deutschen Historiker*innen pauschal als unwissenschaftlich abqualifiziert und er sowie andere jüdische Verfasser persönlich diffamiert. Wulf griff dem, was später als „Täterforschung“ akademische Kariere machte, in seinen Studien vor. Er blieb zeitlebens als Jude, Staatenloser und Privatgelehrter ein Außenseiter der Geschichtswissenschaft, nach seinem Tod geriet sein Werk in Vergessenheit. Erst in jüngerer Zeit wird seine Person wieder wahrgenommen. Der Film von Henryk M. Broder (BRD, 1977) ist eine der ersten Würdigungen des jüdischen Historikers überhaupt. Zur Einleitung und Diskussion zum Film sprechen Alex Carstiuc und Anselm Meyer. Der Eintritt ist frei.Eine Veranstaltung des ça ira-Verlags, des Referats gegen Antisemitismus des StuRa der Uni Freiburg und der Initiative Stolpersteine Freiburg