• Fortwährende Eingriffe: Lesung mit Martin Dannecker

  • Di, 03.09.2019 ab 18:00 Uhr
  • Melanchthonianum
    Universitätsplatz 8/9
    06108 Halle
Fortwährende Eingriffe: Lesung mit Martin Dannecker - Melanchthonianum - Halle

Als Aktivist und Sexualwissenschaftler hat Prof. Dr. Martin Dannecker durch sein Engagement für die schwule Emanzipation und die Liberalisierung der Sexualität die Schwulenbewegung der 1970er Jahre maßgeblich mitgeprägt. Als sich diese in den 1980ern dann mit AIDS konfrontiert sah, erkannte Martin Dannecker bereits früh die Bedeutung, die dieses für schwule Männer individuell und kollektiv haben sollte. Er verfasste zahlreiche Texte, in denen er sich analytisch, immer aber auch politisch mit der als „Schwulenseuche“ gebrandmarkten Krankheit auseinandersetzte. Dabei bezog er ebenso rigoros Stellung gegen die vor allem von der damaligen CSU geforderten repressiven AIDS-Politiken wie er die Präventions- und Safer Sex-Kampagnen der AIDS-Hilfen kritisch begleitete. In den Debatten vertrat er den Standpunkt einer durch Psychoanalyse und Kritischen Theorie geschulten progressiven Sexualwissenschaft, die sich stets auf die Seite der Subjekte stellt. Kernstück von Martin Danneckers Debattenbeiträgen war entsprechend die Anerkennung des Anderen als Anderer, die Solidarität mit den Uneinsichtigen und die Bejahung der Sexualität auch vor dem Hintergrund von AIDS.Nun steht mit dem Band „Fortwährende Eingriffe“ erstmals eine Sammlung von Aufsätzen, Reden und Vorträgen Danneckers zum Thema HIV und AIDS zur Verfügung, aus der der Sexualwissenschaftler lesen wird. Die Lesung soll ein Verständnis für die soziale und politische Situation während der AIDS-Krise und den damaligen Umgang schwuler Männer mit AIDS vermitteln. Darüber hinaus soll aber auch danach gefragt werden, welche Bedeutung die AIDS-Krise und die Erinnerung an diese für queere Bewegungen heute hat bzw. haben kann.Die Veranstaltung wird moderiert von Kuku Schrapnell.Dies ist eine Veranstaltung im Rahmen des Christopher Street Day Halle (Saale) 2019 – Erinnern heißt aktiv werden!“