• Staatskapelle - 3. Sinfoniekonzert

  • So, 15.11.2020 ab 18:00 Uhr
  • HÄNDEL HALLE
    Salzgrafenplatz 1
    06108 Halle
Staatskapelle - 3. Sinfoniekonzert - HÄNDEL HALLE - Halle

2020 kommt niemand an ihm vorbei – und das ist auch gut so! Ludwig van Beethoven, Meilenstein der europäischen Musikgeschichte, hat in diesem Jahr seinen 250. Geburtstag. Seine Werke, darunter seinerzeit radikal neuartige wie die heute so populäre 9. Sinfonie, haben ihn nicht nur überlebt, sondern erfreuen sich gegenwärtig größerer Beliebtheit denn je zuvor. Nicht nur der Künstler Beethoven war sehr ehrgeizig, kompromisslos und mitunter ein ausgesprochen unbequemer Sturkopf, auch der Mensch Beethoven konnte sich mit Haut und Haar einer Sache verschreiben. Als moderner, aufgeklärter Bürger verteidigte er seine humanistischen Ideale, die auch wir Heutigen nicht aus den Augen verlieren sollten: Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Die berühmten Schlagworte der Französischen Revolution schrieb sich Beethoven auf die Flagge, um sie zunächst entschlossen für Napoleon Bonaparte im Kampf gegen die aristokratische Tyrannei im absolutistischen Frankreich hochzuhalten. Er widmete dem Feldherrn in glühender Verehrung seine 3. Sinfonie, fast hätte er sie »Bonaparte« genannt, und am liebsten hätte er sie ihm persönlich in Paris übergeben. Aber als Napoleon sich am 2. Dezember 1804 selbstherrlich die Kaiserkrone aufsetzte, schlug Beethovens Begeisterung in Enttäuschung um – sein Idol hatte die gemeinsamen Ideale verraten. Als Beethoven dann zwischen 1808 und 1809 an seinem 5. Klavierkonzert arbeitete, das den Beinamen »Emperor« (»Kaiser«) erhielt, befand sich Österreich im Krieg, Napoleons Truppen hatten Wien umstellt. Doch der Komponist schuf im Lärm der Kanonen kein martialisches Schlachtstück, sondern ein Werk von royaler Noblesse und entschlossenem Optimismus. Den patriotischen Aufruf zur Rache »Östreich löhne Napoleon«, den Beethoven im Autograph über dem 2. Satz notierte, will die Musik nicht spiegeln – vielmehr scheint sie auf den Sieg der Menschlichkeit über die Ge walt zu hoffen, ein Wunsch, der sich auch in der zeitgleich entstandenen Fantasie für Klavier, Chor und Orchester manifestiert: »Fried und Freude gleiten freundlich / wie der Wellen Wechselspiel; / was sich drängte / rauh und feindlich, / ordnet sich zu Hochgefühl.« Das in sehr kurzer Zeit niedergeschriebene Werk mit seiner ungewöhnlichen Besetzung, in der dem Klavier eine tragende Rolle zugedacht ist, wird gelegentlich auch als »kleine Neunte« bezeichnet, da es in Melodik und Thematik an die Ode an die Freude erinnert. Uraufgeführt wurde die Fantasie am 22. Dezember 1808 im Theater an der Wien in einer Akademie, wie man seinerzeit einen Konzertabend nannte, der in Anspruch und Umfang deutlich über heute Gewohntes hinausging: Neben der Chorfantasie erklangen Beethovens 5. und 6. Sinfonie, sein 4. Klavierkonzert, die Arie »Ah, perfido!« und drei Sätze aus seiner C-Dur-Messe – gute drei Stunden Musik, ausschließlich Uraufführungen!BITTE BEACHTEN SIE FOLGENDEN HINWEISAufgrund der Verordnungen, Allgemeinverfügungen und Erlasse der Landesregierung Sachsen-Anhalts zur Eindämmung der Corona-Pandemie können in diesem Jahr bis einschließlich Dezember nur kleinere Konzertformate bzw. Orchesterkonzerte in verkleinerter Besetzung der Staatskapelle Halle und des Händelfestspielorchester Halle mit einer maximalen Konzertdauer von 90 Minuten stattfinden. Auch müssen die Besucherzahlen begrenzt sein, um die vorgegebenen Abstandsregelungen einzuhalten und Ihnen Ihren Schutz zu gewährleisten. Bitte kümmern Sie sich frühzeitig um Konzertkarten! Die Konzerte ab Januar 2021 planen wir zunächst wie gewohnt. Wir werden Sie in der Tagespresse sowie auf www.buehnen-halle.de rechtzeitig über den jeweils aktuellen Stand informieren. Wir wünschen Ihnen von Herzen schöne Konzerte und bedanken uns fürIhr Verständnis!Tickets erhalten Sie bei der Theater- und Konzertkasse Halle (Große Ulrichstraße 51, 06108 Halle-Saale), telefonisch unter 0345 - 5110777 sowie im Internet unter www.buehnen-halle.