• MOTRIP - Live 2016

  • Mi, 20.01.2016 ab 20:00 Uhr
  • MusikZentrum Hannover
    28 Emil-Meyer -Straße
    30165 Hanover
MOTRIP - Live 2016 - MusikZentrum Hannover - Hannover

Wenn Rap-Fans hierzulande in den letzten Jahren eine Platte herbeigesehnt haben, dann ist es mit ziemlicher Sicherheit das neue Album von MoTrip. Drei Jahre nach seinem Debüt „Embryo“, das den 27-jährigen Aachener binnen kürzester Zeit von der nächsten großen HipHop-Hoffnung zu einem der wichtigsten und meistgeachteten Rapper der Szene machte, erschien jetzt der Nachfolger „Mama“. Drei Jahre – insbesondere heute, wo Rapper am laufenden Band mit Schnellschüssen in Albumform abkassieren und durch ständige Selbstinszenierung von sich Reden machen wollen, ist das eine lange Zeit. Eine lange Zeit, in der im Leben von MoTrip viel passiert ist.

In der Tat riss sich nach dem Release von „Embryo“ jeder um den selbsternannten „Kanacken mit Grips“. Denn Mohamed El Moussaoui war das, worauf die Szene so lange vergeblich gewartet hat: Ein Rapper, der das Beste seiner Vorgänger in sich vereint – und dadurch etwas Ureigenes und auf überwältigende Weise Neues schafft. Damit erntete der im Libanon geborene MC Respektsbekundungen vom Who-is-Who der deutschen HipHop-Szene. Von Kool Savas über Sido bis Samy Deluxe oder Marteria. Plötzlich war MoTrip einer von ihnen und darüber hinaus auch noch ein Garant für gelungene Live-Shows und Deutschraps beliebtestes Feature – und doch ließ das neue Album auf sich warten.

„Ich bin ein ganz normaler Mensch mit ganz normalen Problemen – und von denen gab es wegen diverser Schicksalsschläge in meinem Privatleben zuletzt einige“, blickt MoTrip zurück. „Im letzten Jahr kam dann alles zusammen. Ich hatte die Schnauze voll, war gelangweilt und genervt von deutschem Rap.“ Neben engen Freunden und Verwandten steht ihm in dieser Zeit insbesondere seine Mutter zur Seite. „Sie hat mich natürlich nicht gefragt, welche Beats ich denn für mein neues Album auswählen will oder wie ich mit den Songs vorankomme“, erzählt MoTrip. „Es waren vielmehr ganz banale Gespräche am Mittagstisch, die mir ungemein geholfen, mich zum Nachdenken gebracht und mich wieder motiviert haben.“

Auch deshalb trägt das neue Album von MoTrip den Titel „Mama“. In Zeiten, in denen Rapper darauf bedacht sind mit Worten und Taten Härte und Stärke zu beweisen, ist dieser entwaffnende Albumtitel mehr als mutig und wird von einem eindrucksvollen Titelsong begleitet, für den MoTrip sich Haftbefehl als Featurgast geholt hat. MoTrip münzt seinen Spaß an der Sprache stets in nachdenklichen, nie pathetischen, sondern vielmehr stets pointierten Texten.

Das beste Beispiel dafür ist wohl der eindrucksvolle Song „Wenn die Sonne tief steht“, in dem MoTrip zu einem verantwortungsvollen Umgang mit unserem blauen Planeten mahnt und ein Bewusstsein für die schönen Dinge schafft. „Man kann den Albumtitel also auch auf Mutter Erde anwenden.“

Präsentiert von Guerilla Entertainment, Ampya, JUICE, splash MAG und Universal Urban