• Rojava - eine Hoffnung auf Frieden und Demokratie in Syrien?

  • Mo, 22.09.2014 ab 19:00 Uhr
  • Pavillon Hannover
    Lister Meile 4
    30161 Hanover
Rojava - eine Hoffnung auf Frieden und Demokratie in Syrien? - Pavillon Hannover - Hannover

Unbeachtet von der Öffentlichkeit haben die Bewohnerinnen des kurdischen Nordsyriens (Rojava) seit Sommer 2012 eine Selbstverwaltung aufgebaut - und beziehen dabei alle dort lebenden Ethnien und Religionen mit ein. Sie erproben unter schwierigsten Bedingungen das Experiment einer direkten kommunalen Demokratie. Durch die verschiedenen Formen der Mitbestimmung und Teilhabe am wirtschaftlichen, politischen und juristischen Zusammenleben ist in Rojava ein konkreter gesellschaftlicher Gegenentwurf zur Diktatur Assads und der Herrschaft der Terrormiliz ISIS entstanden. Fundamentaler Bestandteil dieses gelebten Entwurfs ist die kurdische Frauenbewegung, mit ihren eigenen politischen, sozialen und angesichts der explizit frauenfeindlichen ISIS auch militärischen Strukturen. Und dennoch ignorieren die NATO-Staaten noch immer die Kurdinnen in Nordsyrien, sondern wenden sich ausschließlich dem kurdischen Nordirak zu - obwohl es maßgeblich die syrischen Kurd*innen waren, die die von der nordirakischen Regierung im Stich gelassenen yesidischen Flüchtlinge aus dem Sindjargebirge vor den Truppen der ISIS retteten. Von der Türkei und ihren nordirakischen kurdischen Verbündeten mit einem Embargo konfrontiert, spitzt sich die Lage für die Bevölkerung Rojavas zu. Trotzdem haben die Menschen dort bereits über 1,2 Millionen Binnenflüchtlinge aus Syrien und allein im August über 150.000 yesidische Flüchtlinge aus dem Irak aufgenommen.

Michael Knapp besuchte mit einer Delegation der Kampagne 'TATORT Kurdistan' die selbstorganisierten Institutionen und berichtet von den basisdemokratischen Entwicklungen und den Problemen, die insbesondere durch das Embargo gegen Rojava entstehen. Des Weiteren wird Martin Glasenapp von medico international von seinem Aufenthalt in Rojava im August berichten und auch bezüglich der materiellen Unterstützung speziell für die von Frauen verwalteten Strukturen Auskunft geben können.

Veranstalter*innen: Friedensbüro Hannover Kurdistan-Volkshaus Hannover e.V. medico international