• The Bug (Hyperdub / Ninja Tune) ✱ Enjoy Jazz Tunneleffekt

  • Sa, 03.10.2015 ab 21:00 Uhr
  • Karlstorbahnhof
    Am Karlstor 1
    69117 Heidelberg
The Bug (Hyperdub / Ninja Tune) ✱ Enjoy Jazz Tunneleffekt - Karlstorbahnhof - Heidelberg

Beginn 22 Uhr ✱ Einlass 21 Uhr Tickets: VVK 17 € zzgl. Geb. ✱ AK 20 €

THE BUG (UK) Kevin Martin: electronics

Support: the constitute: electronics pfadfinderei: visuals

Einen Ausflug in die Quantenmechanik unternimmt Enjoy Jazz mit der neuen Reihe „Tunneleffekt“. Wie bei dem Phänomen, bei dem atomare Teilchen eigentlich unüberwindbare Hürden überwinden, geht es in der Konzertreihe um Künstler, die sich nicht um stilistische Barrieren kümmern und das scheinbar Unmögliche möglich machen: The Bug, Apparat, Maribou State, das Moritz von Oswald Trio, Nik Bärtsch, Laurel Halo und Andy Stott sind Künstler, die ausloten, wie sich Tracks in alle Richtungen öffnen lassen und wie sich Soul mit Nullen und Einsen darstellen lässt.

Man muss fast detektivisches Gespür entwickeln, um einen Überblick über Kevin Martins musikalische Pfade, Pseudonyme und Veröffentlichungen zu gewinnen. Das Spektrum seines Wirkens reicht von Jazzmetal in den frühen 90ern über Industrial-Noise, -Techno und -HipHop bis zu seinen Dubstep- und Grime-Explorationen im letzten Dezennium. Deep, düster-endzeitlich und zugleich elaboriert klingen die Sounds, die er seit knapp zwanzig Jahren unter dem Namen The Bug produziert, zuletzt 2014 auf dem Album „Angels & Devils“. Bei Martin verknüpfen sich, wurde einmal vermerkt, „verführerische Schönheit und Frequenz-Extremismus“. Wo wir beim Thema wären: Zu Beginn des Jahres stellte The Bug sein neues „Sirens“-Projekt im Berliner Berghain vor, mit seinem Reggae-Soundsystem und einer Bassdröhnung, dass es im Club vermutlich noch Tage später nachhallte. „Sirens“ basiert auf Drones, einem sich immer weiter ausdehnenden, körperlich spürbaren, aber alles rhythmisch Forcierte vermeidenden Rauschen, bis man gänzlich umschlossen ist von diesem Klanggebilde – „ein dichter und erstaunlich weicher Wald aus Frequenzen“, wie die Zeitschrift Groove über den Abend schrieb. Kevin Martin selbst möchte seine Zuhörer mit nichts weniger als einem „body/mind wash“ beglücken, dem Versuch, jegliches Gefühl für Zeit und Ort verloren gehen zu lassen.