• Kurzfilmprogramm Blickwechsel

  • Fr, 15.11.2019 ab 13:15 Uhr
  • Kasseler Dokfest
    Goethestrasse 31
    34119 Kassel
Kurzfilmprogramm Blickwechsel - Kasseler Dokfest - Kassel

Blickwechsel (Off-Screen I)Who's Looking at Whom? (Off-Screen I)Wenn die Sichtachse der Projektion auf, die des Betrachtenden trifft, wer schaut dann wen an? Gibt es einen Blick des Bildes? Kann das Bild auf den Betrachtenden zurückschauen? Der erste Teil der Programserie Off-Screen beschäftigt sich mit Formen und Strategien der Bildproduktion in kolonialen, politischen und anthropologischen Kontexten. Zusätzlich zu der selbst-reflexiven Praxis, in der die Verantwortung des dokumentarischen Filmschaffenden hinterfragt wird, stellen die Filme in diesem Programm auch Fragen über die Aufgabe des Betrachtens, über die eigene Position als Zeuge des filmisch Dokumentierten. Eine Verhandlung findet im Kinoraum statt, außerhalb des Bildrahmens. Ein Dialog, ein Blickwechsel. Subjekt und Objekt tauschen ihre Positionen. Hier bleibt der Betrachtende nicht mehr passiv, sondern wird ein aktiver Teil des Films, des Bildes und des Kinoraums.//When the projection's line of sight meets that of the viewer, who is looking at whom? Does the picture have a point of view? Can the image look back at the viewer? The first part of the program series Off-Screen deals with forms and strategies of image production in colonial, political and anthropological contexts. In addition to the self-reflexive practice in which the responsibility of the documentary filmmaker is questioned, the films in this program also pose questions about the role of viewing, about one's own position as a witness to what is filmed. A trial takes place in the movie theater, outside the picture frame. A dialogue, a change of perspective. Subject and object exchange their positions. Here the viewer no longer remains passive, but becomes an active part of the film, the image and the cinema space.Flüssige Wesenszüge einer BildapparaturLiquid Traits of an Image ApparatusNOMINIERUNG: GOLDENER SCHLÜSSELAbstrakte Codierungen erscheinen auf der Oberfläche des digitalen Schirms; sie können vom Menschen gelesen werden. Visualisierte, maschinelle Handlungsanweisungen bilden eine eigene Semantik und Grundlage für menschliche Handlungsanweisungen. Auf der Kinoleinwand wird dieses Bild von seiner Bedeutung entkoppelt. Es kondensiert am Bildträger und schwappt ins Auge. Die assoziative Montage minimalistischer Nutzungsoberflächen verläuft wie ein zufälliges rhizomatisches Konstrukt entlang der filmischen Zeitachse. Die eigene Körperlichkeit im Wahrnehmungsprozess und die medial bedingte Lesart sind die Protagonist/innen in einem Film ohne Narrativ.Deutschland, Österreich 2019 / 7:22 Min. / keine Dialoge / englische UT Regie: Vera SebertPortrait of a NationIn Mexiko wirkte die Landschaftsmalerei oft als Mechanismus der kolonialen Unterwerfung und verewigte eurozentrische künstlerische und historische Wertvorstellungen. Die Videoarbeit PORTRAIT OF A NATION untersucht, wie die Landschaftsmalerei von José María Velasco als ein Instrument der Überwachung und kolonialen Gewalt funktioniert. José María Velasco gilt als einer der einflussreichsten Künstler, der die mexikanische Geographie durch seine Landschaftsbilder zu einem Symbol der nationalen Identität machte. Indem die Landschaftsgemälde von Velasco mit einer Überwachungskamera neu fotografiert und in Zusammenarbeit mit den indigenen Purhépecha-Völkern in Mexiko neu inszeniert werden, thematisiert diese Videoarbeit die Komplexität der politischen und ethnischen Geographie Mexikos und fügt Landschaftsmalerei und Videotechnologien zu einem Geflecht der Überwachung zusammen.Kanada, Mexiko 2019 / 11:08 Min. / keine DialogeRegie: Victor ArroyoEuropapremiereΣτρατόπεδο συγκέντρωσης ΚορδελιούKordelio Concentration CampDas Wort Massaker ist eine tote Metapher, die aus dem Fernsehen kommt und meine Freunde auffrisst, ohne sie mit Vorsicht zu genießen. Griechenland 2019 / 9:01 Min. / Griechisch, Arabisch / englische UTRegie: Jazra Khaleed, Yannis KaramitrosWeltpremierewhat remainsWHAT REMAINS besteht aus Bildern, die belit sağ in den Jahren 2015 und 2016 in Cizre, einer hauptsächlich kurdischen Stadt in der Türkei nahe der syrischen Grenze, aufgenommen und gesammelt hat, sowie Fundstücken aus der gesamten Türkei aus der gleichen Zeit. Ein Schwerpunkt der Arbeit ist das Filmmaterial der Künstlerin zu kurdischen Trauerpraktiken und der Verwendung von Totenbildern in diesen Praktiken. sağ nähert sich ihrem Thema sowohl philosophisch als auch emotional und ist bestrebt, einen Weg zu finden, ihre Arbeit theoretisch streng aber auch moralisch und ethisch mitfühlend zu gestalten.Der Film ist ein Versuch, die Bilder denjenigen zurückzugeben, die sie uns gegeben hatten. Die gesammelten Bilder können einerseits manipulieren, andererseits können sie heilen, mitverschwören, uns helfen, zwischen den Seiten hin- und herzugehen, sich erneut mit dem Thema zu beschäftigen, die Erinnerung aufzufrischen, die Gewalt aufs neue zu erleben.Niederlande, Türkei 2018 / 7:05 Min. / Türkisch / englische UTRegie: belit sağDeutschlandpremiereParsiNOMINIERUNG: Goldener Schlüssel"No es" (It isn’t) is a cumulative poem by Mariano Blatt, whose constant writing process extends over a lifetime. The text of the poem, to which verses are added over days, months and years, can cover anything: images, people, memories, landscapes, phrases, ideas, etc. With this list of “what seems to be but isn’t” ringing in its head, Eduardo Williams’s film PARSI finds itself in a perpetual movement through spaces and around people. We are taken on a breathless ride through bustling neighbourhoods, from person to person, thrown, dipped under water, rushed from image to image, in the process creating yet another poem which is caressed by, crashes into and spins around No es.Schweiz, Argentinien, Guinea Bissau 2018 / 23:00 Min. / Spanisch / englische UTRegie: Eduardo Williams, Mariano Blatt