• Studio 14: Deep in the sea there is a puffer fish...

  • Do, 27.07.2017 ab 18:30 Uhr
  • Fridericianum
    Friedrichsplatz 18
    34117 Kassel
Studio 14: Deep in the sea there is a puffer fish... - Fridericianum - Kassel

Studio 14 Deep in the sea there is a puffer fish...with Cathy Gere and Yannis Almpanis Conclusions, someone said, should always be temporary. The research of Studio 14, constructed in an irregular way through continuous detours and refusing to find shape in a final result, continues in Kassel the collective investigation started in Athens, suggesting new entries still to be narrated.Ancient Greece, both Dionysian and Apollonian, is the sea where Western culture—from the Middle Ages to the present—cyclically returns, with different ambitions and degrees of force; plunging in like a deep-sea diver to retrieve mysterious creatures and objects. It is the Greece of the Romantics that the modern prophets excavated, in search of their own traditions. It is also Knossos’s false labyrinth built of reinforced concrete; the housing plans for the refugees expelled from Turkey; the “Mediterranean” rationalist architecture of the Italian colonists whom some people still insist on calling brava gente. A history of occupations, from the blurry, multifaceted, irreducible identity of Europe to the literally invented tradition of modern Europe.“The Parthenon, to my eyes, in a sublime way, was a myth I detested: the intellectual clarity, the geometric hauteur, the ignorance of the magma, of disorder, of dreams, demons, and nightmares; I was faced with the obsessive myth of what Europe was supposed to become,” warned Giorgio Manganelli, a writer apart, upon arrival in Athens in 1971 after his unique journey in magmatic “Black Africa.”Greece: A questioned identity that is now being discussed again by thousands of men and women who are once again reaching these shores from different cultures, speak different languages, express opposite desires, and are willing to learn the language and the volksgeist passed down by the fables of the Brothers Grimm. It is the sea of pirate ships, of merchant vessels, all the way to the gigantic container ships of contemporary logistics. The ships have crews of many tongues, ships of the great expeditions and the global market, which from the 1600s to the present repeats, always the same, always different, along new and old routes.Studio 14 sets out to inhabit the ambiguity of these spaces, the real and the imagined of place, and to enact estrangement perspectives through a common research that brings together artists, writers, political activists, scholars, students, and anyone who wants to plunge “into the undersea world of the modern, unarmed of any specialist harpoon, unequipped with doctrinaire glasses,” as Italo Calvino wrote in the introduction to the Italian Folktales in 1956. Studio 14 is a research and work place that through discussion, readings, screenings, site visits, and a resource of documents, books, and artworks collates and weaves together various ways of acting on the present, starting from Europe’s own invention of Greece.Studio 14Tief im Meer gibt es einen Kugelfisch…mit Cathy Gere und Yannis AlmpanisSchlussfolgerungen, hat einmal jemand gesagt, sollten stets zeitgebunden sein. Die Forschung des Studio 14, die ungeregelt über fortwährende Umwege führt und sich weigert, die Gestalt eines endgültigen Resultats anzunehmen, führt in Kassel die kollektive Untersuchung fort, die in Athen begonnen wurde, und schlägt neue Ansatzpunkte vor, die noch zu schildern sind.Das antike Griechenland, das Dionysische wie das Apollinische, stellt das Meer dar, zu dem die westliche Kultur – vom Mittelalter bis zur Gegenwart – zyklisch zurückkehrt. Mit unterschiedlichen Bestrebungen und unterschiedlich starker Wucht stürzt sie sich wie ein Tiefseetaucher in die Fluten, um mysteriöse Kreaturen und Objekte aus ihnen zu bergen. Es ist das Griechenland der Romantikerinnen, das die modernen Prophetinnen auf der Suche nach ihren eigenen Traditionen ausgegraben haben. Auch ist es das trügerische Labyrinth von Knossos, gebaut aus Stahlbeton; die Wohnungspolitik für die Geflüchteten, die aus der Türkei ausgewiesen werden; die „mediterrane“ rationalistische Architektur der italienischen Kolonisten, die manche Leute immer noch beharrlich brava gente nennen. Eine Geschichte der Besatzungen, von der verschwommenen, facettenreichen, irreduziblen Identität Europas bis zu der buchstäblich erfundenen Tradition des modernen Europas.„Der Parthenon war in meinen Augen und auf sublime Weise ein Mythos, den ich verabscheute: die intellektuelle Klarheit, die geometrische Hochnäsigkeit, die Ignoranz des Magma, der Unordnung, der Träume, der Dämonen und Albträume; ich war konfrontiert mit dem obsessiven Mythos dessen, was Europa angeblich werden müsste“, warnte Giorgio Manganelli – ein aparter Schriftsteller –, als er 1971 von seiner einzigartigen Reise durch das magmatische „Schwarzafrika“ nach Athen zurückkam.Griechenland: Eine fragwürdige Identität, die momentan wieder von Tausenden von Männern und Frauen diskutiert wird, die an diese Küste gespült wurden, die aus anderen Kulturen stammen, die andere Sprachen sprechen, entgegengesetzte Wünsche haben und willens sind, die hiesige Sprache zu erlernen ebenso wie den Volksgeist, den die Märchen der Brüder Grimm überlieferten. Es ist die See der Piraten- und Handelsschiffe, bis hin zu den gigantischen Containerschiffen der Logistikunternehmen heutzutage. In den Schiffen fahren Besatzungen ungezählter Sprachen. Es sind Schiffe der großen Expeditionen und des globalen Markts, die sich seit 1600 bis auf den heutigen Tag wiederholen, stets auf dieselbe Weise, stets auf andere Weise, entlang neuer wie alter Routen.Studio 14 macht sich daran, die Mehrdeutigkeit dieser Räume zu bewohnen, das Reale und das Imaginäre des Ortes, und durch gemeinsame Forschung die Perspektiven der Entfremdung umzusetzen und so Künstlerinnen, Schriftstellerinnen, politische Aktivist_innen, Gelehrte, Studierende und alle zusammenzubringen, die eintauchen möchten „in die Untersee-Welt der Moderne, unbewaffnet mit den Harpunen des Spezialistentums, unausgerüstet mit den Brillen des Doktrinären“, wie Italo Calvino 1956 in seiner Einleitung zu den Italienischen Volksmärchen schrieb. Studio 14 ist ein Ort der Forschung und der Arbeit, der mit Diskussionen, Lesungen, Filmvorführungen, Besichtigungen und mit einem Reservoir an Dokumenten, Büchern und Kunstwerken verschiedene Handlungsweisen gegenüber der Gegenwart zusammenträgt und miteinander verwebt, angefangen mit Europas eigener Erfindung von Griechenland.About Studio 14: http://www.documenta14.de/en/notes-and-works/16271/studio-14