• Nathans Tod in Jerusalem

  • Do, 13.11.2014 ab 20:30 Uhr
  • Theater Tiefrot
    Dagobertstr. 32
    50668 Cologne
Nathans Tod in Jerusalem - Theater Tiefrot - Köln

NATHANS TOD IN JERUSALEM

von Ali Jalaly - Nach dem Roman "Rückkehr nach Haifa" Von Ghassan Kanafani

Deutsche Übersetzung von Hartmut Fähndrich

Regie: Ali Jalaly

Mit: Eva Marianne Kraiss, Christina Woike, Inga Stück, Jürgen Clemens

    • 15. November Theater Tiefrot
  1. November im Arkadas Theater - Bühne der Kulturen

04., 05. und 07. Dezember Theater Tiefrot

jeweils um 20.30 Uhr

Karten:

Preise 16 Euro regulär, 11 Euro ermäßigt

Reservierungen über das Theater Tiefrot telefonisch unter 0221 - 46 00 911 oder

0172 - 24 24 336, sowie per Mail an info@theater-tiefrot.de

Spielort

THEATER TIEFROT

Dagobertstr. 32

50668 Köln

Inhalt

Nach dem 2. Weltkrieg emigriert ein jüdisches Ehepaar nach Israel, in der Hoffnung, dort endlich Frieden zu finden. Sie bekommen ein Haus mitsamt einem Säugling zugeteilt – die Möglichkeit eines relativ harmonischen Familienlebens scheint gegeben. Allerdings wurde das arabische Ehepaar, die Eltern des Säuglings, aus ihrem Haus und ihrem Leben vertrieben, ihnen wurde alles genommen. Wo die einen gewonnen haben, haben die anderen verloren. Der Grundstein des Konflikts ist gelegt.

20 Jahre später kehrt das arabische Paar zurück nach Haifa, um noch einmal das Haus zu sehen, in dem sie gelebt haben, um zu sehen, ob ihr Sohn noch am Leben ist. Es kommt zum Zusammentreffen mit der jüdischen Frau (der Mann ist im Krieg zwischen Arabern und Israelis ums Leben gekommen) und dem Sohn, der inzwischen überzeugter Jude ist und in der israelischen Armee gegen die Araber (unter ihnen sein leiblicher Bruder) kämpft.

Das Stück zeigt zwei Volksgruppen, die viel Leid ertragen mussten und sich beide im Recht sehen, endlich in Frieden zu leben. Das allein wäre nichts Neues, aber die direkte Konfrontation und das Parallelsetzen der Argumente (die sich in manchen Punkten sehr ähneln) eröffnet eine neue, andere Wahrnehmung als die tagesaktuellen Nachrichten. Die Gefahr, sentimental zu werden, umgeht das Stück, indem es zwischen das Damals und das Wiedersehen eine absurde Episode in einer „heiligen Irrenanstalt“ stellt, in der zwischen Meditationen und der Einnahme von Anti-Depressiva gegen alle Schrecklichkeiten des Lebens viel erzählt wird über das Leben in Israel und den besetzten Gebieten, über die Unsinnigkeit des Hasses und des Mordens.

Das Stück kann man keine einseitige Parteinahme vorwerfen. Der Blick der Figuren ist stets auf den eigenen Schmerz gerichtet, während man das Schicksal des anderen ausblendet. Es beschreibt eine Haltung, die letztlich den Hintergrund für den unlösbar scheinenden Konflikt bildet.