• Auf ein Gespräch mit Melanie Bono

  • Mo, 09.02.2015 ab 19:00 Uhr
  • Temporary Gallery
    Mauritiuswall 35
    50676 Cologne
Auf ein Gespräch mit Melanie Bono - Temporary Gallery - Köln

Auf ein Gespräch mit Melanie Bono, Kuratorin Gesprächsreihe

“Auf ein Gespräch” ist eine neue Veranstaltungsreihe, die Kultur- und Kunstschaffende aus Köln und NRW vorstellt. Die fortlaufende Gesprächreihe versucht in 2015, Einblicke in aktuelle Projekte und Fragestellungen von und für Kuratoren aus Köln und Nordrhein-Westfalen zu geben. Es stellen sich freie und institutionell gebundene Kuratoren vor und diskutieren mit dem Publikum eine für sie zentrale Frage zum gegenwärtigen Kunstsystem.

TG: Du hast 2013 die Ausstellung “Risk Society – Individualization in Young Contemporary Art from Germany” in Taipeh kuratiert. Der Titel “Risikogesellschaft” ist dem Buchtitel des Soziologen Ulrich Beck entlehnt. Was waren die Gründe für diesen Bezug und deren Verbindung zu “junger deutscher Kunst”?

MB: Ich wollte mit dem Thema eine Verbindung zwischen Taiwan und Deutschland herstellen, zu der beide Seite einen Bezug haben. Da ich eine junge deutsche Generation von Künstlern vorstellen sollte, fand ich es wichtig, gemeinsame Erfahrungen und Lebenswirklichkeiten zum Ausgangspunkt zu machen. Das Phänomen der Individualisierung, wie Ulrich Beck es beschrieben hat, fasst eine große Bandbreite gesellschaftlicher Entwicklungen und Veränderungen zusammen, die westliche, kapitalistische Gesellschaften seit der Moderne durchlaufen. In Taiwan hat sich diese Entwicklung aufgrund der traditionellen, am Konsens orientierten Gesellschaftsstruktur und der späten Demokratisierung etwas verzögert, aber heute stellen sich hier und dort ähnliche Fragen, wie zum Beispiel, welche Rolle die Atomkraft spielen soll oder wer bestimmt, wie die Städte sich entwickeln.

TG: Welche Frage hast Du an unser Publikum?

MB: Mich interessiert, ob das Konzept des ‘Lokalen’ bzw. ‘Regionalen’ von Künstlern und Kuratoren heute noch für die persönliche Arbeit relevant ist. Was bedeutet es, lokale Aspekte in die eigene Arbeit einfließen zu lassen?

Die Kunsthistorikerin und Soziologin Melanie Bono war bis Anfang 2015 fünf Jahre als Kuratorin für Gegenwartskunst und stellvertretende Direktorin am Landesmuseum in Münster tätig. Vor Ort verantwortete sie zudem das “Skulptur-Projekte”-Archiv. Von 2007 bis 2009 leitete sie den Neuen Aachener Kunstverein, für den sie seit 2004 als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig war.

Bild: Melanie Bono in “Risk Society. Individualization in Young Contemporary Art from Germany”, 2013, Foto: Museum of Contemporary Art MOCA Taipei, Taiwan.