• Gespräch: Alojzy Twardecki: Geraubte Kindheit

  • Do, 13.11.2014 ab 19:00 Uhr
  • NS-Dokumentationszentrum Köln
    Appellhofplatz 23-25
    50667 Cologne
Gespräch: Alojzy Twardecki: Geraubte Kindheit - NS-Dokumentationszentrum Köln - Köln

Ein Gespräch mit Peter Hartl und Alojzy Twardecki

Wie muss es einem Jungen ergehen, der geborgen in einer Familie überzeugter NS-Parteigänger aufwächst, bis er durch Zufall darauf stößt, selbst einer jener Polen zu sein, die er als „Untermenschen“ zu verachten gelernt hatte? Dies ist die Lebensgeschichte von Alojzy Twardecki, in der Nähe von Posen in Polen aufgewachsen, mitten im Krieg, bis er drei Jahre alt war. Dann entriss die SS ihn seiner Familie und schickte ihn zur Adoption in eine regimetreue Familie nach Koblenz. Der Grund: Er war blond und sah angeblich „arisch“ aus. Auf diese Weise wollten die Rassenideologen ihrem Reich „erbgesunden“ Nachwuchs zuführen. Allein in Polen wurden 200.000 Kinder Opfer dieser Wahnidee. Entfremdet vom deutschen Hort seiner Kindheit, der unter dem Zeichen der Lüge stand, und in Polen als „teutonischer Herrenmensch“ geschmäht, kann er seine beiden Leben bis heute nicht in Einklang bringen. Und doch hat Twardecki aus all den Befremdungen die für ihn einzig schlüssige Konsequenz gezogen: Er versteht sich als Brückenbauer zwischen Deutschland und Polen.

Peter Hartl, Journalist, führte zahlreiche Gespräche mit Betroffenen und verfasste das Buch „Belogen, betrogen und umerzogen. Kinderschicksale aus dem 20. Jahrhundert“.

Alojzy Twardecki lebt heute in Warschau. Er ist der Veranstaltung live zugeschaltet.

Ort: NS-DOK Eintritt: 4,50 Euro, erm. 2 Euro