• Eröffnung - ANNE PÖHLMANN

  • Fr, 04.09.2015 ab 18:00 Uhr
  • Clages
    Brüsseler Straße 5
    50674 Cologne
Eröffnung - ANNE PÖHLMANN - Clages - Köln

Anne Pöhlmann

Eröffnung: Freitag, 04.09.2015, 18 Uhr | 05. September - 17. Oktober 2015

Die Beziehungen zwischen digitaler Fotografie und ihren heterogenen Trägermedien sind ein wiederkehrendes Thema in Anne Pöhlmanns Arbeiten. Auch in ihren jüngsten Werken tritt hervor, was sich oft unbemerkt im Hintergrund vollzieht: die Transferprozesse, vom physischen Gegenstand zum digitalen Datensatz und zum bildwerdenden Objekt. Fotografie, so scheint es, ist heute zugleich überall und nirgends: Wir begegnen ihr auf Screens, Magazinseiten und Häuserfassaden, auf Busscheiben, Werbebannern und Bodenplatten – sie verbirgt sich aber gleichermaßen unsichtbar in den Speichermedien, nurmehr als eine immaterielle Reihung binärer Codes. Was passiert beim Wandel vom Datensatz zum Ausdruck? Findet sich in der Digitalität noch ein Rest analoger Magie? Wie lässt sich das Verhältnis fotografischer Bilder zu physischer Materialität bestimmen? Pöhlmanns jüngste Arbeiten sind bedruckte Banner, ähnlich jenen, die uns von Fassaden als Werbemittel bekannt sind. Ihre Motive resultieren aus zwei unterschiedlichen Verfahrensweisen. Die erste Werkgruppe besteht aus Fotografien gewebter Stoffe, die in verschiedenen Ebenen übereinandergelegt und stark vergrößert auf lange Stoffbahnen gedruckt werden. Dabei überlagern sich die ursprünglichen Webstrukturen mit dem fotografischen grid und der Textilstruktur des Banners. Die Motive der zweiten Werkgruppe gehen zurück auf Stoffproben aus historischen Musterbüchern. Diese kleinformatigen „patches“ fotografiert Pöhlmann, setzt beispielsweise je zwei von ihnen in eine alternierende Reihung und bedruckt damit ebenfalls große Stoffbanner, auf denen sich im Gesamteindruck ein schachbrettartiges All-Over Muster ergibt. Anne Pöhlmann bewegt die Banner und damit die fotografischen Bilder von der Wand weg in den Ausstellungsraum hinein, wo sie eine eigenständige temporäre bzw. mobile Architektur bilden. Damit entwickelt sie eine neue Art der Präsentation ihrer Foto-Objekte und früheren installativen Arbeiten, in denen sie die Ausstellungsarchitekur als Bildträger (support) thematisierte. Die BesucherInnen der Galerie finden sich umgeben von Pöhlmanns Bannern wieder, in denen sich diagrammartige visuelle Strukturen, digitale Pixel und aktuelle Druckformen digitaler Fotografie überlagern: ein hybrider Datenraum des 21. Jahrhunderts.