• Karin Park

  • Fr, 17.04.2015 ab 19:00 Uhr
  • Gebäude 9
    Deutz-Muelheimer-Straße 127-129
    51063 Cologne
Karin Park - Gebäude 9 - Köln

Wäre Karin Parks fünftes Album „Apocalypse Pop“ (VÖ: 27.03. via Oblivion) ein Theaterstück, der Song „Walls Are Gonna Fall“ wäre die Schlüsselszene. Denn in Karin Parks Welt wird nichts mehr so sein, wie es einmal war. Eigentlich müsste sie sich John Lennons vielzitierten Aphorismus „Life is what happens while you´re busy making other plans“ auf die blasse Haut tätowieren lassen; dies erlebte sie nämlich im vergangenen Jahr auf unbarmherzige Weise am eigenen Leib. „Meinem Freund wurde Krebs diagnostiziert, wir wussten eine ganze Weile nicht, ob er überleben wird“, sagt die 1.90 m große androgyne Schönheit mit dem Tilda-Swinton-Charme und atmet schwer. Ja, es klingt simpel und auf den ersten Blick nach einer küchenpsychologischen Erkenntnis, wenn sie sagt: „Ich habe verstanden, dass wirklich alles jeden Augenblick vorbei sein kann, und deswegen will ich nun nur noch machen, was mich glücklich macht.“ Aber sind nicht die wichtigsten Wahrheiten im Leben die vermeintlich banalsten?

Auch musikalisch wird Karin Park nie ein Kind des Minimalismus sein, so tanzt sie teilweise unbeschwert und entrückt wie Björk durch die Synthie-Layers, konzentriert sich aber textlich auf das Wesentliche. Oder aber auch verstörend und krude, wenn ihre dunkle Seite durchbricht, der Hang zur Selbstzerstörung sie zwingt alles kaputt zu machen und am Ende nur noch Traurigkeit übrig bleibt.

Ja, Karin Park ist noch immer bereit auf konstruktive Weise die Welt zu kritisieren, ohne dabei pessimistisch die Flinte ins Korn zu werfen. Viel mehr ist die Musikerin auf „Apocalypse Pop“ so ehrlich und aufrichtig sich selbst gegenüber wie noch nie zuvor. „Das Album begründet eine neue Ära“, sagt die mehrfache Gewinnerin des norwegischen Grammy. „Ich denke, es ist mein letztes Pop-Album und damit die erste Seite in einem neuen Kapitel“. Und dieses Kapitel beginnt sie mit einem Knall.

Einlass 19 Uhr Beginn 20 Uhr Vvk 15 € (+ Gebühren)

VA: Konzertbüro Schoneberg