• Die vier Säulen

  • Do, 30.10.2014 ab 19:00 Uhr
  • KUNSTWERK - Köln/Deutz
    Deutz-Mülheimer-Strasse 127-129
    51063 Cologne
Die vier Säulen - KUNSTWERK - Köln/Deutz - Köln

Becca Albee Astrid Busch Jakob Kolding Tommy Støckel

Eröffnung: Donnerstag, 30.10.2014 Ausstellungsdauer: 31.10. - 29.11.2014

“Take a run from the middle of the room to the wall” (“Laufe von der Raummitte zur Wand”) steht auf den Plakaten von Jakob Kolding. Die Wände des KunstWerk Köln e.V. sind nackt, die unregelmäßige, weiß gestrichene Ziegelmauer scheint ungenutzt. Der Raum bietet keine makellose Präsentationsfläche für die Setzung von Kunstwerken, eher erscheint er wie er ist: eine große Industriehalle mit vier zentralen Säulen in einer Reihe. Diese Raummitte wird zum zentralen Ort der Ausstellung.

Die vier Säulen transformiert die dominanten, zentral angelegten Säulen im leeren Ausstellungsraum zum eigentlichen Ausstellungsthema. Vier Künstlerinnen und Künstler nutzen die gegebene Architektur als Arbeitsmaterial – als einen formbaren Faktor für die eigene künstlerische Arbeit. Aber die ortspezifischen Eingriffe sind nicht nur für diese eine Situation gedacht, eher ist jedes Werk ein Zuschnitt für eine der Säulen im KunstWerk Köln e.V.. Für die Ausstellung haben die vier künstlerischen Positionen ihre Arbeit an die Bedingungen des Raumes angeglichen. Werk und Raum arbeiten symbiotisch zueinander.

Becca Albee (New York) bezieht sich konkret auf eine bestehende Architektur, das 1939 entworfene Prismatarium im Maritime Museum von San Francisco. Für die Ausstellung greift sie die Farbtheorie des Designers Hilaire Hiler im Prismatarium auf und zitiert einen Teil der sehr markanten Architektur – eine graustufig gestrichene Säule. Darüber hinaus fügt sie zeitgenössische Farbtheorien als eine Fortschreibung Hilers Idee hinzu.

Astrid Busch (Berlin) nimmt die Säule in ihrer dimensionalen Form und den geschichtlichen Inhalt des Baus als Mittel für die Dekonstruktion eines Bildes. So überlagern Strukturen – Linien eines projizierten Bildes auf einem dematerialisierten Bild – entlang der Ausformung der Säule und verzerren sich bis in den Raum. Die Säule wird zu einer dreidimensionalen Erfahrung eines bewegten, räumlich umgreifenden Bildes.

Die Plakate von Jakob Kolding (Berlin) sind sowohl im öffentlichen Raum als auch in Galerien zu finden. Doch die zwei Poster Untitled nutzen die Architektur im KunstWerk Köln e.V. als gewöhnliche Anschlagssäule. Der Roman Fluchtplan (1945) von Adolfo Bioy Casares – über psychologisch-räumliche Experimente – stellt den Bezug her zu seiner hier gezeigten Arbeit. Bezüge aus seiner visuellen und literarischen Umwelt collagiert Kolding zu Aussagen über den politischen, sozialen und mentalen Raum.

Tommy Støckel (Berlin) nimmt für seine Arbeit Kaleidoscope Column (for Cologne), das maßstabgetreue Modell einer der Säulen im Ausstellungsraum mit entsprechend verkleinerten Skulpturen, um ein skulpturales Arrangement zu generieren. Reduzierte Formen liegen lose im Modell und werden während des Transportes nach Köln kompositorisch umher gestoßen, um anschließend getreu ihrer resultierenden Anordnung in wahrer Größe im Raum aufgebaut zu werden.

Vielleicht ließe sich sagen, dass in Die vier Säulen die architektonischen Säulen des KunstWerk Köln e.V. verschwinden und als Skulpturen wiederkehren.