• The Hidden Cameras

  • So, 02.11.2014 ab 19:00 Uhr
  • Gebäude 9
    Deutz-Muelheimer-Straße 127-129
    51063 Cologne
The Hidden Cameras - Gebäude 9 - Köln

Seit 2001 sind Joel Gibb und The Hidden Cameras nun aktiv. In den Kirchen Torontos inszenierte Gibbs einst die legendärsten Nächte der Stadt. Männliche Gogotänzer boten den performativen alles umstürzende Rahmen für Shows, die Religion hinterfragten und Sexualität feierten. Gibb prägte die Musikszene Torontos, als sie fast noch nicht gab. Er war der erste kanadische Künstler, der bei Rough Trade unterschrieb. Inzwischen wohnt Joel Gibb in Berlin. Er hat seinen festen Platz gefunden, als Songwriter und als Künstler. Das Projekt hat sich vier Jahre Zeit gelassen mit dem neuen Album. „Age“ heisst der Nachfolger von „Origin: Orphan“. „Age“ dekonstruiert meine musikalischen Wurzeln“, sagt Gibb. Da sind kleine Referenzen in den Stücken, fast unhörbare Miniaturen, aber sie sind da. Tatsächlich muss man, um „Age“ zu verstehen, die Ohren auf den Boden legen, die Wurzeln wachsen hören wollen zu versuchen, die Augen schließen, den eigenen Herzschlag ignorieren, die Geräusche filtern. Bei „Year Of The Spawn“, hören wir Trompeten, ein Waldhorn und hinter dem Dickicht, zwischen den Irrlichtern, flimmert dann in der zweiten Strophe der eiskalte Drumbeat von „Bela Lugosi's Dead“ von Bauhaus durch. Chilly Gonzales spielt Piano. Joel Gibb arbeitet wie ein bildender Künstler. Er konstruiert pedantische Klangskulpturen und Collagen, deren Genauigkeit zunächst hinter der Ästhetik von extrem harmonischer aber auch düsterer Popmusik verborgen bleiben. „Gay Goth Scene“ zum Beispiel war ursprünglich als Witz gedacht, als eine ironische Fingerübung. Jetzt klingt es heilig wie ein Requiem über verbotene Liebe. Der Song ist schon mehr als zehn Jahre alt. Gibb schrieb ihn noch bei seiner Mutter wohnend. In Toronto veranstaltete er mit Freunden sogar Gay Goth Scene Shows. Wieder findet man unter den Layern von Geigen, dem dunklen Bariton Gibbs eine Metaebene mit Verweis in die Jugend. Mary Margaret O'Haras Stimme ist dort zu hören. Die Mary Margaret O'Hara die eben auf Morrisseys „November Spawned A Monster“ aus dem Off dazu kam. „AGE“ ist gewissermaßen Joel Gibbs Coming-Of-Age-Album. Rückblickend erforscht er die verschiedensten Schattierungen von Age. Age darf nicht allein Alter übersetzt werden. Zu vielschichtig sind seine Bedeutungen. Age kann alles heißen. Vor allen Dingen meint Age, moralische Pflichten zu übernehmen. Musikalisch pendeln die Songs zwischen Indie-Pop und Electro-Disco, mal tanzbar, mal in Richtung Filmmusik gehend. Bekannt sind The Hidden Cameras nicht zuletzt auch für ihre opulenten, ausufernden Liveshows.

Einlass 19 Uhr Vvk 15 € (+ Gebühren)