• Sóley

  • Do, 28.05.2015 ab 19:30 Uhr
  • Gebäude 9
    Deutz-Muelheimer-Straße 127-129
    51063 Cologne
Sóley - Gebäude 9 - Köln

Island ist reich an außergewöhnlichen Musikern und einzigartigen Bands, doch die Mittzwanzigerin Sóley Stefánsdóttir sticht selbst aus diesem Pool an Individualisten hervor. Ihre Musik vollzieht hochfliegende Kapriolen zwischen Klang gewordenen Traumbildern, Indie-Pop, großer Kompositionskunst und einer weltentrückten Melancholie. Das Mitglied der Band Seabear verquickt in seinen Soloarbeiten die Stimmung seiner Heimat mit gehaltvollen Songs, die große Tiefe und Musikalität ausstrahlen. Seit 2011 ihr Debütalbum „We Sink“ veröffentlicht wurde, zählt Sóley zu den Lieblingen des Feuilletons und Favoriten im Internet, ihre Konzerte sind Ereignisse voll Intimität und Musikalität. Dies bewies erneut ihre Show im Januar in Düsseldorf. Nun wurden rund um die Veröffentlichung ihres zweiten Albums „Ask The Deep“ zwei weitere Konzerte angekündigt: Am 27. Mai gastiert sie in Frankfurt, am 28. Mai in Köln.

Sóley wollte schon immer Profimusikerin werden. Sie lernte bereits als Kind Klavier spielen und studierte nach der Schule Komposition. Derart klassisch ausgebildet, verband sie ihre fachlichen Kenntnisse in eigenen Werken mit großem Gespür für den Mystizismus und die Natürlichkeit ihrer isländischen Heimat. Ihre Texte sind dunkel und geistreich, die Melodien delikat und eigen. Und doch sah sie sich lange nicht als Sängerin. Sie musste erst dazu überredet werden, als Solokünstlerin zu musizieren: von der Plattenfirma, die die Alben der Band Seabear veröffentlicht, in der Sóley als Keyboarderin und Gitarristin aktiv ist.

2010 erschien ihre Solo-EP „Theater Island“, ein Jahr später gefolgt von ihrem ersten Soloalbum „We Sink“. In Sóley fand das Feuilleton eine zwar zerbrechliche, zugleich aber sehr kraftvolle feminine Entsprechung zu den aufregenden Arbeiten isländischer Bands wie Múm oder dem Komponisten Olafur Arnalds. Ein Stil, der schon beschrieben wurde als „Björk und Sigur Rós machen Musik in Tim Burtons Haus“. Schnell wuchs ihre internationale Fanbasis. Die Zugriffe auf ihre kunstvollen Videos bei YouTube stehen bei mehr als zehn Millionen.

Anknüpfend an ihre Solotournee ging sie mit dem Musiker Sindri Már Sigfússon unter dem Namen Sin Fang eine Kollaboration ein. Gemeinsam erdachten sie das etwas konventioneller dem Indie zuzurechnende Album „Flowers“ und gingen ebenfalls auf Tour, unter anderem auch in Deutschland. Beflügelt von dieser Zusammenarbeit, folgte Sóley danach wieder ihren ureigenen Antrieben und forschte erneut nach einer Musik, die sie so noch nicht gemacht hatte. Ergebnis dieser Bemühungen ist die 2014 erschienene EP „Krómantik“, auf der sie cinematografische Klangbögen spannt. Die Musik darauf zeigte sich fast vollkommen befreit von Gesang und stieß vielmehr in avantgardistische Regionen zwischen Indie, Pop, Filmmusik und Soundscape-Landschaften vor.

Gleich im Anschluss nahm sie die Arbeit zu ihrem zweiten Album „Ask The Deep“ auf, das verglichen mit „Krómantik“ deutlich Song orientierter ausfällt. Und doch ist dieses Werk eine Neubestimmung für sie, sowohl formal als auch inhaltlich. Denn ein Großteil der neuen Lieder basiert nicht mehr auf Piano-Kompositionen, sondern bedient sich bei den unterschiedlichsten Instrumenten. Überdies bietet „Ask The Deep“ einen berührend wahrhaftigen Blick in das Seelenleben dieser außergewöhnlichen Künstlerin, die sich in den Texten des neuen Albums mit ihren eigenen Dämonen auseinandersetzt. Bei der Arbeit an dem Album wurde sie unterstützt von ihren Tour-Musikern, die mittlerweile zur festen Besetzung des Projekts Sóley gehören: Schlagzeuger Jón Óskar Jónsson und Keyboarder und Gitarrist Albert Finnbogason.

Einlass 19.30 Uhr Beginn 20.30 Uhr Vvk 18 € (+ Gebühren) VA: Prime Entertainment