• Zilda de Castro: „Verwandlung der Wahrnehmung“

  • Fr, 11.09.2015 ab 19:00 Uhr
  • Kölner Haus- und Grundbesitzerverein
    Hohenzollernring 71-73
    50672 Cologne
Zilda de Castro: „Verwandlung der Wahrnehmung“ - Kölner Haus- und Grundbesitzerverein - Köln

Unter dem Titel „Verwandlung der Wahrnehmung“ eröffnet der Kölner Haus- und Grundbesitzerverein von 1888 am 11. September 2015 um 19:00 Uhr eine Ausstellung, die zu einer architektonischen Italienreise einlädt. Venedig und das Medium Photographie werden überraschend neu und unorthodox präsentiert und geraten zu einem visuellen Hochgenuss.

Venedig und der Zauber dieser verwunschen schönen Stadt sind von Künstlern wie Canaletto und Rimbaud beschworen und in Szene gesetzt worden, eine Stadt, deren Magie sich kaum jemand entziehen kann. Im Fall der in Köln lebenden Künstlerin Zilda de Castro ist Venedig zugleich eine alte Liebe und auch Passion.

Schönheit bedarf von der Antike bis zur Renaissance zweier Basisfakten: Proportion und Spannung. Motivisch sind die ausgestellten Bilder eine Reise zu einer Stadt, die über den Wassern zu schweben scheint. Zilda de Castro unternimmt den Versuch, von jedem Besuch in Venedig ein kleines Stück dieser pittoresken Grandezza mitzunehmen. Dafür nutzt sie die Photographien, die sie während des Besuches vor Ort macht. Ihr gelingt es dabei, das Thema Venedig mit dem Zauber der Verfremdung zu verknüpfen; in der Unschärfe einer verschwommen Wasserspiegelung wird Klarheit über ein Motiv erlangt.

Der Betrachter kann die Motive mal als Architekturschatten erkennen und mal für ein abstraktes Sujet halten, beide Motive werden gleichberechtigt entdeckt und festgehalten. Zilda de Castro hat dabei drei Verbündete, die das jeweilige Motiv aufzulösen vermögen: Wind, Wasser und Sonnenlicht. Diese Elemente und der kreative Blickwechsel, der die Wasserspiegelungen dieser Stadt als Motiv erkannte und möglich machte, ist ein Beleg für die Kraft der Kunst, die im Vertrauten stets etwas Neues zu entlarven vermag. Fotos der Lagunenstadt, die gleichzeitig Recherche und Verwirrung evozieren und auch das Medium der Photographie als extrem innovativ erlebbar machen.

Ob ein Haus, eine Brücke oder eine verfallene Fassade, stets ist in dieser Ausstellung die lyrische Qualität, die dem Wasser zu eigen ist, anwesend. Wasserspiegelungen bieten mit Sonne, Wind und Sonnenlicht die magische Basis für die ausgestellten Werke. Neuentdeckungen und Irritationen sind aber die zweite Ebene dieser Ausstellung, die bewusst Fragen und Faktisches miteinander verbindet.

Zilda de Castro jongliert verspielt und auch routiniert mit den Methoden Verwischen, Verzerren und Festhalten; die Leuchtkraft der Motive, die Schönheit einer uralten Stadtsilhouette und die Magie des Verfalls werden zu Koalitionspartnern. Ob Seufzerbrücke oder ein Palazzo, stets glaubt man, ein kleines Psychogramm zu sehen, welches die Vergangenheit und die über allem schwebende Aura eines Gebäudes zugleich einfängt.

Nein, hier wurde ein klassisches Touristenidyll nicht wie üblich in kitschigem Panorama mit ewig glühend blauem Himmel festgehalten, hier wurde der Taktung der Stadt gelauscht und das Thema Porträtphotographie sozusagen an statischem Personal der Architektur erprobt. Mal farbi