• »Buch gegen das Verschwinden« | Ulrike Almut Sandig

  • Mo, 29.06.2015 ab 20:00 Uhr
  • die naTo
    Karl-Liebknecht-Straße 46
    04275 Leipzig
»Buch gegen das Verschwinden« | Ulrike Almut Sandig - die naTo - Leipzig

Ein junger Journalist versucht inmitten der Unruhen um den Istanbuler Gezi-Park die Erwartungen seiner Mutter abzuschütteln, die nach dem Mauerfall 1989 das Reisefieber gepackt hat. Ein Wanderer geht während eines Schneesturms in den uralten verwunschenen Wäldern des Engadin verloren. Ein kleines Mädchen wird zum nächsten Venusdurchgang von der Großmutter ans Ende der Welt geflogen. Wohin ihre Spuren führen, ist eines der vielen Rätsel dieser Geschichten. Die Autorin versucht mit ihrer farbigen und poetischen Sprache dem Verschwinden ganzer Welten aus dem Bewusstsein entgegenzuwirken.

Pressestimmen:

»Die Idee des Bandes entfaltet sich mit aller Kraft: Indem die Autorin vom Entgleiten schreibt, gibt sie ihm zugleich wieder einen Platz. Diese Dialektik verleiht dem BUCH GEGEN DAS VERSCHWINDEN seine innere Spannung. Einer solchen Poetik, die die Lücke als Potenzial begreift, wohnt nicht nur Archivarisches inne. Vielmehr hat sie etwas Tröstliches, insofern sie dem Abhandengekommenen einen Sinn gibt.« Björn Hayer, Der Tagesspiegel

»Ein Indiz für die Qualität von Literatur ist, wenn die Arbeit, die in einem Buch steckt, nicht mehr spürbar ist. Wenn der Text fließt, als sei es das Selbstverständlichste von der Welt. Genau das trifft auf die sechs Erzählungen zu, die Ulrike Almut Sandig in ihrem Prosaprojekt vereint hat. Sie lesen sich, als könnten sie nur auf diese Weise erzählt werden.« Gabi Rüth, WDR5, Scala

»Sorgfältig gebaute Prosatexte. Glashart.« tip Berlin

»Phantasie und Realität verzahnen sich außerordentlich kunstvoll, die Grenze dazwischen ist weder unverrückbar noch ein Ding von Dauer und verläuft oft außerhalb der Wahrnehmung.« Ingrid Mylo, Badische Zeitung

»Hier begegnen Wunsch und Wirklichkeit einander im Möglichen – einem Ort des Verschwindens. Oder des Erkennens.« Janine Fleischer, Leipziger Volkszeitung

»Das Besondere ist Ulrike Almut Sandigs Umgang mit dem Erzählen und zugleich mit dem Thema Verschwinden: Sie behandelt ihre Literatur wie eine literarische Versuchsanordnung, weil sie fragt: was benötigt eine Geschichte, um das Verschwinden zu bannen, also ein Schreiben gegen das Verschwinden.« Michael Hametner, MDR figaro

»Ulrike Almut Sandig is a master storyteller who writes in beautiful poetic prose. The six substantial short stories that make up this flawlessly crafted collection all deal with different forms of disappearance and disappearing worlds. (...) Sandig presents the reader with a sequence of intriguing characters whose responses to their curious predicaments generate an array of insights into human behaviour and relationships. Her self-conscious writing style adds to the charm of the stories, encouraging the reader to share in the creative process. Sandig’s perfectly poised narrative continues at just the right pace for readers to appreciate the exquisite detail of her writing. This innovative collection is an absolute delight from start to finish.« New Books in German

Ulrike Almut Sandig wurde 1979 geboren, aufgewachsen in Riesa, lebt in Leipzig und Berlin. Bisher erschienen drei Gedichtbände, Hörbücher und Hörspiele sowie ihre erste Prosaveröffentlichung Flamingos (2010). Ihre Gedichte wurden vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Leonce- und-Lena-Preis 2009. Für Flamingos erhielt sie zählreiche Stipendien und Preise, darunter den Droste-Förderpreis der Stadt Merseburg (2012). Zuletzt wurde Ulrike Almut Sandig mit dem Arbeitsstipendium des Berliner Senats ausgezeichnet.

Eintritt: 7,- / 5,- (VVK: 6,50 zzgl. Gebühren) Tickets auch erhältlich bei:

CULTON Petersteinweg.7 04277 Leipzig