• Was passiert nach Chemnitz? Treffen zum Austausch #wirsindmehr

  • Mo, 10.09.2018 ab 19:00 Uhr
  • Ladenlokal
    Eickener Straße 12
    41061 Mönchengladbach
Was passiert nach Chemnitz? Treffen zum Austausch #wirsindmehr - Ladenlokal - Mönchengladbach

Wir alle haben die Bilder gesehen, die seit einer Woche durch sämtliche Nachrichten und Sozialen Medien laufen, Bilder von einem enthemmten Mob der durch Chemnitz zog. Organisierte Neonazis, rechte Hooligans und eine breite Schicht von gesellschaftlich abgehängten Menschen, die scheinbar kein Problem darin sehen, mit Faschisten gemeinsam auf die Straße zu gehen. Aus diesem sogenannten „Trauermarsch“ heraus, wurden alle die körperlich angegriffen, gejagt und beleidigt, die nicht in die krude Volksgemeinschaft, die diese Menschen mit „Wir sind das Volk“ beschreiben, passen. Den Ausschreitungen voran gegangen war der Mord eines 34-jährigen Mannes, einem Mann der in den Augen der Rechten durch seine nicht deutsche Herkunft nur ein „Passdeutscher“ sein und eben dieser Volksgemeinschaft nicht gleichberechtigt angehören kann, die diesen Mann in seiner Jugend angepöbelt und attackiert haben. Eben diesen schrecklichen Mord nutzen rechte Scharfmacher um den rassistischen Normalzustand und den Rechtsruck in diesem Land voran zu treiben. „Wir sind mehr“ heißt der Hashtag, unter dem sich Widerstand gegen Faschismus und für ein Land, in dem alle Menschen gleichberechtigt und ohne dumm angeguckt zu werden leben können, formiert. Doch sind wir mehr? Oder stehen wir oft allein da, wenn im Bus jemand von 3 Hools rassistisch beleidigt wird und wir zu große Angst haben, einzuschreiten und etwas zu sagen; wenn wir auf der Arbeit nicht der Depp sein wollen und rassistische Kommentare überhören oder wenn in einer Stadt mit 250 000 Einwohnern der Widerstand gegen eine rechte Demo aus 150 Leuten besteht? Sind wir dann mehr? Wir, die wir diese Nachrichten verfolgen, die wir keine Lust haben, dass Menschen in unserer Nähe oder denen wir auf der Straße begegnen, täglichem Rassismus ausgesetzt sind und darunter leiden müssen. Wir, die wir einem Hitlergruß zeigenden, faschistischen Mob in unseren Werten und Überzeugungen eindeutig widersprechen, die die wir einen gutes Leben für alle in diesem Land fordern, wir die wir hier stehen und uns fragen, was können wir gegen diese ganze Scheiße tun? Wir müssen reden und gemeinsam überlegen wie wir die nächsten Jahre gestalten können, wie wir 10 000 Menschen mobilisieren, ohne dass ein kostenloses Konzert lockt. Deswegen laden wir euch ein, kommt, redet miteinander, tauscht euch aus, überlegt gemeinsam und lasst uns zusammen wirklich deutlich mehr, lauter, unbequemer werden.